Full text: Rationalisierung als Kulturfaktor

II. Rationalisierung und Ethik 163 
Gesundung der Fabrik darin, daß sie „diese menschlich⸗seelischen Kraͤfte 
sich innerlich assimiliert, als positive und produktive Kraͤfte in den 
Dienst ihrer Aufgabe zu stellen weiß und sich nicht darin erschöpft, sie 
als negative und störenfriedliche Elemente lediglich auszubalancieren 
und kaltzustellen. Diese Kraͤfte sind in ihrer Gesamtheit das inhaltliche 
und methodische, einzelmenschliche und menschengemeinschaftliche, 
—E Fabrik⸗ 
arbeit“. Lang selbst hat die Wiederherstellung dieses Verhältnisses 
am Beispiel der Gruppenfabrikation bei der Automobilherstellung zu 
schildern versucht. Danach sollen alle „Elementteile“ und Arbeitsver⸗ 
richtungen zur Fertigstellung des „Teilorgans“ in der „Gruppe“ bei⸗ 
sammen bleiben, deren Produktion zwar, verglichen mit dem aufs 
Außerste untergeteilten Arbeitsprozeß der ungegliederten Fabrikation, 
mehr Maschinen, mehr Aufsichtspersonal benötigte, die aber anderer⸗ 
seits durch die Belebung der Arbeitsfreude auch die Fertigkeit des 
einzelnen Arbeiters wachsen, die Anregungen zur Vervolllommnung 
der Arbeit und des Arbeitsgegenstandes von seiten der Arbeiterschaft 
selbst sich vermehren ließe. Hellpach stellt mit Recht diesen Ergebnissen 
Langs die Frage: „Existieren die psychologischen Folgewirkungen, die 
Lang der Gruppenfabrikation beiläufig unterstellt, wirklich?“ Und 
wenn ja: „Wie verhalten sie sich zu den Möglichkeiten einer Uberwin⸗ 
dung der sachlichen und menschlichen Automatisierung des arbeitenden 
Fabriklers ?“ 
Die Antwort, die er sich selbst erteilt, klingt steptisch. Wenn man, 
so meint er, auch die psychischen Wirkungen der Gruppenfabrikation 
erst nach längerer Zeit, nach Jahren, ja nach Jahrzehnten endgültig 
beurteilen könne, so stehe doch jedenfalls heute schon fest, daß die Fabrik⸗ 
arbeiter in der Gruppenfabrikation „genau so indifferent aussaãhen, wie 
es für den Fabrikarbeiter überhaupt charakteristisch“ sei. Das ist nicht 
höflich, aber es ist wenigstens eindeutig. Dennoch scheint Hellpach zu 
glauben, daß die Gruppenfabrikation, die wenigstens die Tatsachen 
einer organischen Verbundenheit der Arbeitenden und eines organi⸗ 
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