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A. Tatsachen
die Betriebserfordernisse geeignetste Arbeitskraft auszuwählen sich
bemüht. Es interessiert bei der Personalauslese nicht, ob sich unter
den tauglich Befundenen der eine oder der andere für einen anderen
Beruf besser qualifiziert, waͤhrend die Berufs auslese umgekehrt die
spezielle Eignung für eine bestimmte Arbeitsfunktion grundsätzlich
auch dann nicht zu berücksichtigen braucht, wenn sie über die Arbeits⸗
marktlage des betreffenden Gewerbes bezw. Berufszweiges ge⸗
nauestens unterrichtet ist. Denn nicht die wirtschaftlichen Verhäͤlt⸗
nisse, sondern die inneren Beziehungen des Berufsanwärters
zu seinem Beruf stehen bei der Berufsauslese im Vordergrund.
Daß in den meisten Faͤllen die wirtschaftlichen Fragen bei der Berufs⸗
wahl und auch bei der Praxis der Berufsberatung tatsaͤchlich trotz⸗
dem die entscheidenden sind, besagt nichts gegen dieses Prinzip.
Jedenfalls erscheint es angesichts der Unsicherheit und der Unruhe,
die sich der Arbeiterschaft infolge der Verschiedenartigkeit der psycho⸗
technischen Prüfungsmethoden bemaͤchtigt haben, geboten, psycho⸗
technisch geschulte Vertrauensleute aus dem Arbeiterstande zu den
Werksprüfungen hinzuziehen. Denn nur wenn die psychotechnischen
Laboratorien der Unternehmungen sich zu „Vertrauensstationen für
die Umstellung der Kräfte in der Arbeit“, wie Piorkowsky sie fordert,
entwickeln, wird das durch die Arbeitsrationalisierung entstandene
Mißtrauen der Arbeiter sich gegenüber der Psychotechnik in die Zu⸗
versicht verwandeln, daß der Psychotechniker die verborgenen positiven
Qualitaten der Arbeiter aufzudecken und zu praktischer Geltung bei der
Arbeitsvermittlung zu bringen in der Lage sei. Namentlich die alteren
Arbeiter und Angestellten, deren Vermittlungsfähigkeit mit zunehmen⸗
der Rationalisierung von Jahr zu Jahr in steil abfallender Kurve ab⸗
nimmt, sehen angesichts des Draͤngens zahlreicher rationalisierter Be⸗
triebe nach Maximalleistungs⸗, Tests“, die nur ihre augenblickliche
Brauchbarkeit für den Betrieb, nicht aber ihre optimale
Leistungsfähigkeit kennzeichnen können, jedem Arbeitswechsels stets
mit heimlicher Angst entgegen.