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A. Tatsachen
Auch die englische Gesellschaft für industrielle Psychologie (NNational
Institute of Industrial Psychologie) ist im Auftrage einzelner Firmen
im gleichen Sinne tätig. Durch exakte Feststellung der vom Arbeiter
hergestellten Produkteinheiten, durch Beobachtungen und physio⸗
logische Messungen sucht sie die Ursachen nicht ausreichender Leistungen
aufzudecken.
Deutschland hat sich vor allem durch das Kaiser⸗Wilhelm⸗Institut für
Arbeitsphysiologie in Berlin (Prof. Dr. Atzler), das Institut für
tlinische Psychologie in Bonn (Prof. Dr. Poppelreuter), das Institut
für angewandte Psychologie in Berlin Dr. Lipmann), das Psycho⸗
technische Institut der Technischen und Handelshochschule in Berlin
Prof. Möde), das Psychotechnische Laboratorium der Technischen
Hochschule in Stuttgart, das Forschungsinstitut für Sozialpsycho⸗
logie in Karlsruhe (Prof. Dr. Friedrich), das Forschungsinstitut für
Psychologie an der Universität Leipzig sowie das Deutsche Institut für
Technische Arbeitsschulung (Oberingenieur Arnhold) und die Deutsche
Gesellschaft für Gewerbehygiene in Frankfurt a. M. (Ausschuß für
Arbeitseignungsprüfung) auf dem Gebiete der arbeitspsychologischen
Forschung hervorgetan.
Im Mittelpunkt aller Untersuchungen über die Beziehungen zwischen
Leistungsfähigkeit und Arbeitsbedingungen steht das Problem der
Ermüdung, der Erholung, der Ubung und der Arbeits⸗
umgebung. Die Methoden, deren sich die Arbeitswissenschaft bei der
Lösung dieses Problems bedient, bestehen auf der einen Seite in der
Ermittelung derjenigen Bedingungen, deren Anderung oder Ver⸗
schiedenheit auf die Arbeitsgestaltung zurückwirkt, auf der anderen
Seite in der Darstellung der Wirkungen, in deren Anderung oder
Verschiedenheit die Abhängigkeit von den Arbeitsbedingungen zum
Ausdruck kommen kann. Otto Lipmann führt in seinem „Grundriß
der Arbeitswissenschaft“ (Jena, Verlag Gustav Fischer, 1926, S. 3ff.)
als Bedingungen, die eine Verschiedenheit von Wirkungen der mensch⸗
lichen Arbeit verursachen können, auf: