V. Anwendungsgebiete der Rationalisierung — x. Die Landwirtschaft 61
Hier ist der Ackerbau, insbesondere der Getreidebau, stark zurück⸗
gedraͤngt worden zugunsten einer größeren Grünlandfläche und eines
stärkeren Hackfruchtbaues als Grundlage einer überwiegenden Vieh⸗
haltung.
Fast ebenso wichtig wie die Wahl der Kulturart, ist für die Landwirt⸗
schaft auch die rationale Einteilung der Arbeit, die dort am
ehesten durchführbar ist, wo die Aufeinanderfolge der verschiedenen
Kulturarten (Wald, Weide, Wiesen, Acker) eine reibungslose Wieder⸗
verwendung der Arbeitskräfte zu den verschiedenen Jahreszeiten
möglich macht. Die Intensitaͤt ihrer Verwendung hängt wiederum
von der Technik der Arbeit ab, von der Anwendung der zweckmaͤßig⸗
sten Arbeitsmethoden und Arbeitsvorrichtungen. Die Arbeitsfor⸗
schung im Sinne Taylors hat hierbei gute Dienste geleistet. Die
deutsche Landwirtschaftsgesellschaft und die Landwirtschaftskammern,
eine Reihe von Versuchsgütern sowie die Arbeitsgemeinschaft Technik
in der Landwirtschaft beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit
haben die exakte Landarbeitsforschung aufgenommen und sind hierbei
hereits zu Feststellungen über die zweckmäßigste Art des Pflügens, des
Mähens, des Kartoffelrodens, Garbenbindens gelangt. Auch die
Arbeitsgeräte werden neuerdings auf ihre spezifische Eignung, auf ihre
Anpassung an den Boden, an Tiere und Menschen, überprüft. Die
Arbeitserleichterung, die hierdurch erzielt wird, ist bei der besonders
harten Landarbeit sozial⸗ wie produktionspolitisch von größter Be⸗
deutung. In diesem Zusammenhang spielt auch die Regelung der
Arbeitsentlohnung, insbesondere die Festsetzung von Entlohnungs⸗
arten, die sowohl den Ansprüchen des Arbeiters als auch den pro⸗
duktionspolitischen Erfordernissen gerecht werden, neben der Frage
der Arbeitszeit eine wichtige Rolle. So hat sich — um nur ein Bei⸗
spiel zu nennen — das Prämienlohnsystem für Schweizer. die be⸗
sonders saubere Milch liefern, gut bewährt.
Zweifellos würde auch die Maschinenverwendung in der Land⸗
wirtschaft noch erheblich gesteigert werden können, wenn es erstens