52
gelaͤnge, der Landwirtschaft ausreichende langfristige Kredite zur Ver⸗
fügung zu stellen und wenn zweitens die landwirtschaftliche Maschinen⸗
industrie sich zu einer Verringerung der Maschinentypen und zu einer
vermehrten Anwendung genormter Einzelteile entschließen könnte,
durch die ein erheblicher Preisabbau möglich wäre. Es ist kürzlich
festgestellt worden, daß die Landwirtschaft immer noch 15 000 ver⸗
schiedene Radersorten in Gebrauch hat, eine Tatsache, die sich nicht
allein im Preis der landwirtschaftlichen Maschinen, sondern auch in
der erschwerten Beschaffung von Ersatzteilen geltend macht. Besondere
Aufmerksamkeit wird auch der Erbauung solcher Maschinen zuge⸗
wendet werden müssen, die verschiedenen Verwendungszwecken dienen
sollen, um ihre vermehrte Ausnutzung und damit die Amortisation
der für sie aufgewendeten Kapitalien zu erleichtern. Der Trecker z. B.
dient zur Fortbewegung von Lasten (Kartoffeln) oder von Arbeits⸗
maschinen (Pflug) oder Erntemaschinen (Mähmaschine, Dresch⸗
maschine). Daneben haben die Maschinen auch noch den Zweck, die
Arbeit zu verbessern und in bezug auf ihren Nutzeffekt zu steigern.
Durch die Drillmaschine wird z. B. gegenüber der Breitsaat Saatgut
erspart (man rechnet den Saatgutverbrauch bei Breitsaat mit der
Hand je Morgen bis zu go und 100 Pfund Roggen, bei Drillsaat geht
man bis zu 45 Pfund je Morgen herunter). Somit lassen sich allein
durch die Drillmaschine ganz wesentliche Ersparnisse beim Saatgut⸗
verbrauch erzielen.
Wichtiger noch als die Rationalisierung der Produktion, unter
deren weiteren Maßnahmen die planvolle Anlage und Anordnung
der Gebäude, die Nachprüfung der leistungsfähigsten Tiere, die
zweckmäßigste Düngemittelverwendung hier nur eben genannt werden
können, ist für die Landwirtschaft die Rationalisierung des Ab⸗
satzes. Die deutsche Landwirtschaft hat sich bisher zur Durchführung
der hierbei notwendigen Maßnahmen noch nicht in wünschenswertem
Maße entschließen können. Die Gründe liegen teils in der un zu⸗
reichenden Qualitaͤt, teils in den ungeregelten Marktver⸗
3. Tatsachen