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A. Tatsachen
Betriebszaͤhlung im Jahre 1907. Das gleiche gilt für die handwerk⸗
lichen Nebenbetriebe in der Landwirtschaft, die in steigendem Maße
dazu übergegangen ist, in der eigenen Wirtschaft erzeugte Rohstoffe
in ihren eigenen Handwerksbetrieben zu verwerten.
Auch sind die alten Merkmale, nach denen man einen Betrieb einst
als Handwerksbetrieb bezeichnete, heute nicht mehr charakteristisch:
nicht mehr die Kleinheit des Betriebes, der lokale Absatz, das Fehlen
maschineller und kaufmaͤnnischer Einrichtungen und der unmittelbare
Verkauf an den Kunden sind für das Handwerk kennzeichnend,
sondern das UÜberwiegen der menschlichen über die mechanische
Arbeitskraft und die allseitige Beherrschung des Arbeitsgebietes durch
die im Betrieb beschäftigten Personen. Als Handwerksbetrieb muß
heute — sofern er diese beiden Voraussetzungen erfüllt — auch ein
Betrieb angesehen werden, der nach der Zahl der in ihm Beschaͤftigten
oder nach der Größe des Umsatzes eigentlich den Großbetrieben zu⸗
gerechnet werden müßte.
Nach der Zählung vom 16. Juni 1925 umfaßt das deutsche Hand⸗
werk rund 12/, Millionen Handwerksbetriebe, von denen etwa 509
Alleinbetriebe sind, d. h. der Meister arbeitet dort allein oder mit
einem Lehrling. 259 aller Betriebe sind Gesellenbetriebe mit einem
Gesellen und 175 mit 2 bis 5 Gesellen. Der verbleibende Rest der
Betriebe beschaͤftigt 6 und mehr Gesellen, darunter finden sich gelegent⸗
lich Handwerksbetriebe bis zu 50 Gesellen und mehr. Die Zahl der
Gesellen wird vom deutschen Handwerks⸗ und Gewerbekammertag
neuerdings auf 1 378 ooo, jene der Lehrlinge auf 693 o0o angegeben.
Da die Gesamtzahl der in sämtlichen deutschen Industrie⸗ und Hand⸗
werksbetrieben beschaͤftigten Lehrlinge rund 1 Million betraͤgt, bildet
sonach das Handwerk immer noch rund 709 des fachgewerblichen
Nachwuchses aus. Schon aus dieser Tatsache erhellt seine außer⸗
ordentliche Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft.
Die Rationalisierung im Handwerksbetrieb ist vor allem
auf dem Wege der vermehrten Verwendung von Kraft⸗ und Hilfs⸗