— schwierig, weil die hierzu notwendige wirkliche Gleichartigkeit
der Schätzungsmethoden in den einzelnen Ländern kaum zu erreichen
ist, besonders nicht bei den bisherigen eiligen Schätzungen,
die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Kongreß gesammelt
vorliegen mußten und die vor ihrer Zusammenstellung und Auswertung
nicht mehr durch Rückfragen usw. berichtigt und vergleichbar,
also summierbar gemacht werden konnten.
Aus diesem wesentlichen Mangel ist denn auch die Unzufriedenheit
der Wirtschaftler mit den bisherigen, an sich so verdienstvollen
Weltinventuren entstanden. Sie befriedigen wohl ein gewisses
geologisches Interesse, aber nicht die doch eigentlich ins
Auge gefaßten wirtschaftlichen Interessen, weil sie mangels
genügender Vergleichbarkeit keine schlüssigen Folgerungen für
die Weltwirtschaft zulassen. Wie vielfach in der Statistik, so kommt
es nämlich gerade bei diesen Vorratsberechnungen der Lagerstätten
nutzbarer Mineralien auf die absoluten Zahlengrößen überhaupt
nicht an, sondern lediglich auf die relativen Anteile, auf die prozentualen
Beteiligungen der einzelnen Länder am gesamten Weltvorrat
gleicher Bauwürdigkeit.
Fürdie Methode künftiger Revisionen der bisherigen Schätzungen
und für die Bestandsaufnahmen noch anderer wichtiger Mineralstoffe
— (das zur Zeit wichtigste und von Natur schwierigste Kapitel,
die Erdölvorräte der Welt, steht ja noch aus!) — ergeben sich hieraus
Grundsätze, die mit den bisherigen Gelegenheitsarbeiten vollständig
brechen. Es müssen zunächst die allgemeinen und sodann
die besonderen, jedem Mineral eigentümlichen Schätzungsweisen
einheitlich festgestellt und für alle Kulturstaaten so eindeutig ausgesprochen
werden, daß zunächst wenigstens rein sprachliche Mißverständnisse
ausgeschlossen sind,
Die von geologischen und wirtschaftlichen Fachleuten der einzelnen
Länder angegebenen Zahlen müssen von einer internationalen
Kommission geprüft und eventuell berichtigt werden, um
nationale Tendenzen und politisch einseitige Wirtschaftsanschauungen,
Geheimhaltungen und Übertreibungen nach Möglichkeit
auszumerzen. In jeder Weise muß wissenschaftliche Ehrlichkeit
und Offenheit angestrebt werden.
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