Als erste und grundlegende Aufgabe meiner im Sommer 1926
gegebenen Anregungen schlage ich deshalb die Prüfung der F rage
vor: Was kann die internationale Bergwirtschaft aus den bisherigen
Leistungen des Internationalen Landwirtschaftsinstituts in Rom
für sich lernen?
Hierbei ist nicht eine blinde Nachahmung ins Auge zu fassen,
sondern eine die Unterschiede sehende Abweichung im Sinne der
eben angedeuteten Wesensverschiedenheiten beider Wirtschafts-
arten; die ganze Rohstoffwirtschaft muß in dieser dualistischen
Weise tiefer durchschaut und in ihrem inneren Wesen erkannt
werden, bevor für die Bergwirtschaft ein der Landwirtschaft teils
parallel geschaltetes, teils polar entgegengesetztes, aber mit dieser
in Wechselwirkung stehendes Institut geschaffen werden kann.
HE.
Nach Klärung dieser wirtschaftlichen Grundlage werden sich
die praktischen Folgerungen für Methoden und Systematik, für
Organisation und Politik von selber ergeben.
Es wird sich die Notwendigkeit herausstellen, eine internatio-
nale Bergwirtschaftszentrale zu schaffen, die zu sorgen hat
a) für Vereinheitlichung der Methoden in Statistik und Karto-
graphie,
b) für einheitliche Systematisierung der Bedürfnisse nach Eigen-
schaften und Leistungen und nach deren stofflichen Trägern,
c) für Erforschung der sich daraus ergebenden Marktverhält-
nisse dieser bergwirtschaftlichen Rohstoffe und
d) der dadurch bedingten Rohstofförderungen nach Standort
und Leistung in der Gegenwart,
e) für Feststellung der noch zur Verfügung stehenden Vorräte
im Verhältnis zum gegenwärtigen und voraussehbaren Jahres-
bedarf,
f) für Ersatzmöglichkeiten des einen Rohstoffs, wenn er knapper
und teurer wird, durch andere, u. U, nicht mehr bergwirtschaft-
liche Rohstoffe oder Kraftquellen,
g) für dadurch gegebene und rechtzeitig einzuleitende wissen-
schaftliche und praktische Verbindungen mit landwirtschaftlichen.
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