Die einen forderten die Versöhnung mit Tschangkaischek, die anderen
— die Anhänger von Tangtschentsi — erachteten die Versöhnung für
unmöglich. Nur diese Meinungsverschiedenheit verhinderte, daß man
in Wuhan schon Ende Mai losschlug, obwohl bereits alles vorbereitet
war und ein besonderer Ausschuß auf dem Territorium der japanischen
Konzession funktionierte, War das Politbüro der Kuomintang dar-
über unterrichtet? Sicherlich, Kann man annehmen, daß weder die
Regierung, noch das Politbüro der Kuomintang in einer Versammlung,
die von 50 bis 60 der prominentesten militärischen Führer besucht war,
keinen ihrer Anhänger hatte? Das Politbüro wußte alles, genau so
wie es wußte, daß der General Tsaolan, der die Arbeiter- und Bauern-
bewegung haßte, nichts unternehmen wird, um die Hunaner Konter-
revolutionäre in ihrer Tätigkeit zu behindern.
Zum Schluß noch eine Tatsache, Als der General Tschupeitak die
Arbeiter- und Bauernorganisationen verbot, 200 Kommunisten und
linke Anhänger der Kuomintang auf einen Dampfer schaffen ließ, ihnen
30 000 Dollar und den Rat mitgab, sich von dannen zu begeben,
betrachtete man das als unbedeutenden Zwischenfall. Die Presse unter-
schlug die Nachricht von dem Ueberfall auf die Arbeiter und Bauern.
Nach zwei oder drei Wochen beauftragte das Zentralkomitee der
Kuomintang einen Vertreter mit der Untersuchung des Falles Kiangsi.
Das war wieder eine versteckte Mittäterschaft, eine niederträchtige
Verhöhnung der Arbeiter- und Bauernbewegung. Der Delegierte klärte
auf, Tschupeitak entschuldigte sich, die Ausweisung blieb aber in
Kraft, die Arbeiter- und Bauernorganisationen blieben verboten.
Und nun noch ein Beispiel der Doppelzüngigkeit des Politbüros
der linken Kuomintang. Anfang Juni, nach der Vereinigung der
Armeen Wuhan mit Fengjuhsiang, beschloß das Politbüro eine feier-
liche Beratung der militärischen und politischen Führer abzuhalten.
Noch vordem begaben sich zwei Mitglieder des Politbüros zu
Feng, um ihm die Vermittlung zwischen Wuhan und Nanking
anzutragen, Während man auf der Beratung selbst, die
inzwischen zusammengetreten war, Reden hielt über den Kampf
gegen den Imperialismus und über die Notwendigkeit, Tschang-
kaischek zu erledigen, bereitete man gleichzeitig eine Konferenz
zwischen Fengjuhsiang und Tschangkaischek vor, wobei die beiden
vorerwähnten Mitglieder des Politbüros — Sutsen und Sunfo — an
den Vorbereitungen regen Anteil nahmen. Die Rollen waren vorzüg-
lich verteilt: während Wangtschinwei am 21. Juni auf dem 4.. Chine-
sischen Gewerkschaftskongreß Tschangkaischek in der heftigsten Weise
angriff und im Namen des Zentralkomitees der Kuomintang zum
Kreuzzuge gegen den Verräter aufrief, machten seine Kollegen
zwischen Wuhan und Nanking das Geschäft perfekt,
Vielleicht wußte aber die eine Hand nicht was die andere tat?
Vielleicht handelten Sunfo und Sutsen aus eigener Initiative, ohne
Wissen des Zentralkomitees der Kuomintang? Wenn dem so gewesen
wäre, so hätten das Zentralkomitee und der redselige Wangtschinwei
die Kuppler desavouieren können. Aber weder das Zentralkomitee
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