Full text: Revolution und Konterrevolution in China

woh} einleuchtend, Wer hat vor zwei bis drei Wochen eine Finanzpanik 
hervorgerufen? Wer hat den Boykott der von der nationalen Regierung 
herausgegebenen Zahlungsmittel organisiert — die ausländischen Banken 
gemeinsam mit der örtlichen Finanz-, Handels- und Industriebourgeoisie, 
Sind aber die Organisierung einer Finanzpanik und der Boykott der Zah- 
lungsmittel nicht konterrevolutionäre Handlungen? 
Der Aufstand. Siangduins und die Ereignisse in Hunan beweisen, daß 
es unter den Befehlshabern der nationalen Armee Konterrevolutionäre gibt, 
die nur auf den Augenblick lauern, um loszuschlagen und die Revolution 
zu ersticken, Die blutigen Ereignisse in Hunan dürften einen wohl zu 
ernstem Nachdenken zwingen. Während die nationale Revolution sich nach 
dem Norden vorschiebt, tauchen aus den Reihen der Revolution Personen 
empor, die zu den schlimmsten Feinden des Volkes werden. Mehr noch, 
während in Hunan hunderte und tausende Führer der Arbeiter- und Bauern- 
organisationen abgeschlachtet werden, nimmt man in Wuhan eine abwartende 
Haltung ein, man sendet einen Delegierten, um die Mörder zur Vernunft zu 
bringen und zu überreden! — Die Konterrevolution muß vernichtet werden, 
und das ist bisher nicht geschehen. Anstatt die Konterrevolution zu ver- 
nichten, werden zwischen dem General Tsaolan und den Hunaner Mördern 
sehr merkwürdige Verhandlungen gepflogen. Ich frage noch einmal, was 
soll das alles bedeuten? 
Ferner, Erst vor wenigen Tagen hat General Tschupeitak aus Kiangsi 
alle politischen Funktionäre, Kommunisten und linke Anhänger der Kuo- 
mintang, ausgewiesen und die Arbeiter- und Bauernorganisationen verboten. 
Tschupeitak gibt sich als revolutionärer General aus. Auf wen will sich 
denn dieser revolutionäre General stützen? Was ist das für eine Revolu- 
tion, in der jeder General tut, was ihm gut dünkt? Was in Kiangsi ge- 
schehen ist, ist der erste Schritt zur Restaurierung — das heißt: auch an 
diesem Abschnitt der Front rückt die Konterrevolution vor, Welche Schluß- 
folgerung kann man aus den Tatsachen ziehen? Nur eine: man muß die 
Generäle und überhaupt das Militär der Kontrolle der Arbeiter und werk- 
tätigen Massen in Stadt und Land unterstellen, Geschieht das nicht, so wird 
die Revolution untergehen, 
Aus den Erfahrungen der russischen Revolution wissen wir, wie die 
Konterrevolution ihre Schläge vorbereitet und wie sie von den ausländischen 
Mächten unterstützt wird, 1918 ertappten wir den englischen Konsul Lokhard 
auf der Tat: er versorgte die Monarchisten mit Geld, organisierte und unter- 
stützte Verschwörungen usw, Der französische Botschafter Noulens iinan- 
zierte Sprengstoffattentate auf Brücken und Eisenbahnzüge, Aufstände usw. 
Während der ganzen Dauer des Bürgerkrieges lieferten England, Frankreich, 
Japan, Amerika an die Konterrevolution und die konterrevolutionären 
Generäle Geid, Waffen usw. Daß die imperialistischen Mächte Tschangtso- 
lin, Tschangkaischek usw. unterstützten, ist Euch bekannt, glaubt ihr aber, 
daß der Aufstand Siangduins und die Ereignisse in Hunan so ganz ohne 
Verbindung mit den Vertretern der imperialistischen Mächte standen? Man 
muß schon sehr naiv sein, wenn man auch nur eine Minute vergißt, daß die 
Imperialisten stets bereit sind, eine beliebige Verschwörung, eine beliebige 
Gruppe Banditen, eine beliebige Gruppe Reaktionäre zu unterstützen, sie 
mit Geld, Waffen, Instrukteuren zu versorgen, ihnen in ihren Konzessionen 
Zuflucht zu gewähren, um in den Rücken der Revolution den Dolchstoß zu 
führen, 
Die Konterrevolution stellt eine ernste Macht dar, mit der man ernst
	        
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