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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
deren Installation viel Geld verschlang, und deren Bereitschafts-
haltung kostspielig ist, nur unvollkommen ausgenützt werden
können, oft sogar mit Verlust arbeiten.
Ist es da ein Wunder, wenn viele Hotelbesitzer sich den Kopf
über einen gangbaren Ausweg aus diesem Dilemma zermartern?
Ich habe mit gar manchem Hotelier über diese Dinge geplaudert
und weiß, daß — neben dem furchtbaren Steuerproblem — die
andere Frage zur Zeit die aktuellste ist und am meisten gewälzt
wird: Wie könnte ich meine Unkosten herabmindern, wie
meinen Betrieb umstellen und wie meine technischen Einrich-
tungen besser ausnützen? Scheinbar sind das drei Fragen, es ist
aber doch nur eine, weil sie eng miteinander verknüpft sind
und nur miteinander gelöst werden können.
Herabminderung der Unkosten dürfte in den meisten Fällen
nur auf Kosten der Leistungsfähigkeit möglich sein. Also ein
gefährliches Experiment. Es bleibt demnach nur der andere
Weg übrig: bessere Ausnützung der technischen Einrichtungen,
wodurch zugleich die schon erwähnte Umstellung bedingt wird.
Es ist wohl nicht überall, aber doch in manchen Fällen möglich,
einen Hotelbetrieb, eine Gaststätte so umzustellen, daß eine
rationellere Ausnützung dieser oder jener technischen Anlage
zu erreichen wäre. Von diesen Möglichkeiten soll jetzt ein
wenig die Rede sein, da dieses Problem ganz eng mit dem
Kapitel Reklame zusammenhängt.
Beginnen wir mit jenem Teil des wirtschaftlichen Betriebes,
der in zahlreichen Hotels und Gaststätten überhaupt viel zu
wenig ausgewertet wird. Höchstens Konzertcafes machen davon
eine Ausnahme. Gemeint ist der Zigarren- und Zigaretten-
Verkauf! Er spielt in gar manchem Hotel und in vielen Gast-
stätten eine gewisse Rolle. Obwohl gerade auf diesem Gebiete
schon starke Konkurrenz vorhanden ist, ließe sich doch wohl
ein Weg finden, diesen Nebenzweig der Betriebsorganisation
lukrativer zu gestalten. Da es mein Bestreben ist, neben der
rein theoretischen Erörterung praktische Beispiele zu geben, so
lasse ich die Praxis sprechen. Die Frankfurter Hof-Akt, Ges. in
Frankfurt a. M. betreibt neben ihrem weltbekannten Hotel
noch eine Weingroßhandlung. Ihr ist als Unterabteilung ein
Zigarrenversand angegliedert. Das genannte Haus beging am
25. Juni 1926 den Tag seines fünfzigjährigen Bestehens. Diesen
Anlaß benützte Generaldirektor Gottlob zur Schaffung einer
Jubiläumszigarre. Wie für dieses Jubiläumskind aparte und.