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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
die Gäste werden könnten, Gelegenheit geben, in Ihrer Hotel-
fachpresse alle gewünschten Hoteladressen zu finden, so bieten
Sie ihnen zugleich die Möglichkeit, sich mit den Leiden und
Freuden Ihres Berufes bekannt zu machen. Wer sich erst ein-
mal daran gewöhnt hat, als Reisender Ihr Fachblatt bei der
Wahl seiner Hotels zu Rate zu ziehen, der wird sich sehr rasch
daran gewöhnen, auch den Textteil zu studieren. Dann wird
mir, dem Gast, bald manches Licht aufgehen. Ich werde er-
fahren, mit welchen großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten
die europäische Hotelindustrie zu kämpfen hat. Es wird mir
klar werden, warum die Preise der Hotelzimmer nicht niedriger
sein können. Ich überzeuge mich davon, daß sie eher zu niedrig
als zu hoch sind. Wäre das kein Gewinn für die Hotelindustrie?
Was meinen Sie, Verehrtester?““
„Durch diese Brille habe ich die Frage allerdings noch nicht
betrachtet‘, meinte der Hoteldirektor. Auf seinem intelligenten
Gesicht spiegelte sich deutlich Überraschung wider. „Sie
bekommt dabei tatsächlich ein ganz anderes Gesicht.“
„Sehen Sie!“ triumphierte Mister Smith. „Wußte ich doch.
Nun passen Sie mal auf. Das Wichtigste habe ich Ihnen noch
gar nicht gesagt. Sehen Sie sich mal dieses Blatt an. Was ist
das?“
„Die New York Times‘, meinte der Hoteldirektor. „Eine viel-
gelesene amerikanische Zeitung.“
„Stimmt. Aber das meine ich nicht. Sehen Sie sich mal diese
große Kollektivanzeige an. Was ist das?“
Der Hoteldirektor vertiefte sich in das Blatt. „Sehr inter-
essant“, erklärte er dann. „Eine ganze Kette von Hotelanzeigen.
Nicht verwunderlich bei einem Lande, wo die großen Trusts
und Konzerne ganze Ketten von Hotels kontrollieren.“
„Stimmt schon. Ist aber nicht das, was ich meine. Nicht die
Inserate an sich sind das Bemerkenswerte, sondern die Art,
wie sie veröffentlicht werden.“
„In der Tat, die Aufmachung der Anzeigen ist wirkungsvoll
und ins Auge fallend‘, meinte der Direktor anerkennend.
„Aber“, ein leises Lächeln huschte über sein Gesicht, „diese
große Kollektivanzeige steht in den New York Times, also in
einer Tageszeitung. Sie aber wollten mir doch die Wichtigkeit
und Notwendigkeit für die Hotels demonstrieren, auch in der
eigenen Fachpresse zu inserieren.“
Mister Smith schlug sich klatschend auf den Schenkel.