fullscreen: Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

186 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS 
1. Bezugsspesen, wie Spesen des Einkaufes, Fracht, Zoll, Spe- 
ditionsauslagen, Kosten des Begleiches (Rembourspesen); 
2, Regiespesen, wie Zinsen des investierten Kapitals, Waren- 
schwund, Magazins- und Kontormiete, Gehalte und Löhne, Steuern 
und Gebühren, Beleuchtung und Beheizung, Abnutzungsquoten, Ver- 
sicherungsprämien u, a.‘ 
3. Verkaufsspesen, wie Provisionen, Reisekosten, Reklameaus- 
lagen und Verluste beim Begleich (Abzüge, Zinsverluste bei Skadenz- 
überschreitungen, ganz oder zum Teil uneinbringliche Forderungen). 
Bei der Kalkulation des Produzenten treten hiezu noch die 
besonderen Produktionsspesen, wie Hilfsstoffe, Arbeitslöhne, Amorti- 
sations- und Zinsquote der gesamten Produktionsanlage, 
Der zu kalkulierende Gewinnzuschlag wird sehr verschieden 
sein und von mannigfachen Erwägungen abhängen, so insbesondere: 
1. Von der Umschlagszeit des Kapitals; je langsamer die Ware 
verkauft und der Begleich hereingebracht, je seltener während 
eines Jahres daher das Geschäftskapital zu neuen Geschäften ver- 
wendet werden kann, desto höher wird der Gewinnzuschlag anzu- 
setzen sein; beim Abverkauf großer Mengen wird man sich dem- 
gemäß mit einem kleineren Gewinn begnügen können. 
2. Von dem Risiko bei Kreditverkäufen; bei unsicheren Ab- 
nehmern wird, falls man überhaupt ein solches: Geschäft schließt, 
nebst dem gewöhnlichen Gewinn eine Risikoprämie zu kalku- 
lieren sein. 
3. Der rasche Wechsel der Bedürfnisse wird einen größeren 
Gewinnzuschlag bedingen; bei Waren, die der Mode unterworfen 
sind, muß mit Rücksicht auf die schwer absetzbaren Lagerrückstände 
mehr verdient werden. 
4. Im Kleinhandel wird auch berücksichtigt werden müssen, 
daß die Abnehmer von Luxusartikeln eine größere Kaufkraft besitzen 
und daher höhere Preise bezahlen können als die Käufer von Ge- 
brauchsartikeln. 
5. Zur Heranziehung von Käufern und Kunden, beim Verkaufe 
von Lagerrückständen (Ladenhütern oder Restanten) und bei drohen- 
den Zahlungsschwierigkeiten wird der Unternehmer auf jeden Gewinn 
verzichten, unter Umständen sogar mit Verlust verkaufen müssen 
(Schleuderpreise) ; hiebei werden größere Lagerbestände oft in ganzen 
Partien, sogenannte Partiewaren, an Händler abgegeben, 
6, In allen Fällen wird die Marktlage die Höhe des Gewinnzu- 
schlages beeinflussen; in Zeiten einer Preissteigerung oder Hausse 
wird sich ein größerer Gewinn ergeben, während man. bei einem 
Preisniedergange, einer Baisse, sich auch mit einem kleinen Nutzen 
wird begnügen müssen
	        
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