Object: Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

bunden hielt. So bestand auch charakteristischerweise ihr Auf 
sichtsrat bis vor dem Eintritt in den Deutschen Bank-Konzern 
fast ausschließlich aus Großindustriellen dieser beiden Plätze. 
Wie ihre Konkurrenzbank, die Oberrheinische Bank, gerät 
auch dies Institut um die Jahrhundertwende in die Gefolgschaft 
des sich mächtig ausdehnenden Machtbereichs des Berliner 
Großbankentums. Zunächst war es die Dresdener Bank, die 
sich durch Aktienbesitz an der Süddeutschen Bank zu beteiligen 
suchte. Nachdem schon 1894 die Deutsche Bank festen Fuß 
in Mannheim gefaßt hatte, durften die anderen Berliner Groß 
banken nicht mehr allzu lange zögern, wollten sie nicht diesen 
wichtigsten Handelsplatz Süddeutschlands ganz aus ihrem In 
teressenkreis fallen lassen. Die Dresdner Bank benutzte daher 
den steigenden Kapitalbedarf der Süddeutschen Bank (durch 
Generalversammlungsbeschluß vom 10. März 1898 wurde das 
Aktienkapital um 3 Mill. auf 6 Mill. erhöht), um im Sommer 
1898 nom. 1 Mill. Mark junge, aus dieser Kapitalserhöhung 
stammende Aktien zu übernehmen und zugleich die Einführung 
sämtlicher Süddeutschen Bankaktien — 6 Mill. Mk, — an der 
Frankfurter Börse (Frühjahr 99) zu beantragen und zu erwirken. 
Jedoch war der Dresdner Bank mit dieser im Verhältnis 
zur Bedeutung des Platzes minimalen Beteiligung nicht gedient; 
denn sie gründete im folgenden Jahre eine eigene Filiale in 
Mannheim, die sich zu einer ihrer bedeutendsten Niederlas 
sungen herauswuchs und für den Mannheimer Handel und die In 
dustrie unter den lokalen Kreditbanken von hervorragender Be 
deutung wurde. Ihren Aktienbesitz an der süddeutschen Bank 
scheint sie unterdessen wieder fallen gelassen zu haben, sodaß 
sich aus dieser Transaktion nur ein vorübergehendes Effekten 
geschäft erübrigte. Die Süddeutsche Bank stand so wiederum 
geraume Zeit auf eigenen Füßen, In den folgenden Jahren ver 
mochte sie, trotzdem sie auf sich selbst angewiesen war, sich 
kräftig zu entwickeln. Durch den bekannten Rheinaukrach wurde 
sie nicht direkt in Mitleidenschaft gezogen, verpflichtete sich 
aber in dem darauffolgenden Jahre sehr stark bei der mit ihr 
eng verbundenen Mannheimer Industrie, was aus den gestei- 
24
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.