Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

GROTESKE WERBUNG FÜR EIN HYPERMODERNES HOTEL 263 
und warten. Die Eine auf den reichen Mann und die Andere auf den sehr 
reichen Mann aus Liebe. Ich schenke sie dir, lieber Leser. 
Ich bin ein dankbarer Mensch. Die Hochzeit wurde deshalb im Golf- 
Hotel in Winkelhausen abgehalten. Sie war in jeder Beziehung blendend. 
Das Essen, die Weine — — ich sage dir! Mache dich schleunigst auf und 
wandere zum Golf-Hotel. Vielleicht erlebst auch du dort ein Märchen. 
Ob Aussicht besteht, heitere Grotesken dieser Art in Zeitungen 
und Zeitschriften zu lancieren? Ich weiß es nicht. Eines aber 
weiß ich: Diese beiden Grotesken sind durch zahlreiche 
Blätter gewandelt. Warum sollten ähnliche Arbeiten nicht 
ein ähnliches Schicksal erleben? Sie müssen nur das gewisse 
Etwas haben, womit sie erst den Redakteur und dann die Leser 
reizen: Zum Lachen nämlich. 
Es sei bei dieser Gelegenheit der grotesken Reklame im all- 
gemeinen gedacht. Sie ist augenblicklich häufiger anzutreffen. 
Ich meine jene Art, der die Kukirolwerke in Groß-Salze (Dr. 
Unblutig) ihre fast beispiellosen Erfolge verdankten. Ob diese 
Form der Reklame sich auch für die Zwecke eignet, denen 
mein Werk gewidmet ist, wage ich weder mit einem glatten 
Nein noch Ja zu beantworten. Doch möchte ich sagen: Eines 
Schickt sich nicht für alle! Für mondäne Hotels eignet sie 
Sich ganz bestimmt nicht. Aber sie könnte für solche Gast- 
Stätten vielleicht in Frage kommen, an die ich bei meinen 
8Totesken und derben Vierzeilern in dem Kapitel „Der Reim in 
der Reklame‘ gedacht habe. Nur müßte wirklich jenes „gewisse 
Etwas“ in solcher grotesken Reklame liegen, sonst lasse man 
die Finger davon.
	        
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