Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

DIE KOFFERETIKETTE ALS REISENDER PROPAGANDIST 273 
betrachten, die Sehnsucht und die Lust wecken, auch einmal 
den Fuß in jenes Hotel zu setzen, dort zu wandeln, wo der 
farbigen Etikette eigentliche Heimat ist. Erfüllt die kleine 
Etikette diesen Zweck auch? Ich möchte die Frage unbedenk- 
lich mit ja beantworten. Weil ich davon überzeugt bin, daß 
die Kofferetikette trotz ihrer Kleinheit ein großer und geschick- 
ter Propagandist ist, will ich die Besitzer und Leiter von Hotels 
Mmahnen, die Kofferetikette nicht als Bagatelle zu behandeln, 
(I UL} 
(EURER, 
Das Charakteristische dieser Kofferetikette erblicke ich darin, 
daß die Hotelleitung sie gleichzeitig zum „Kennzeichen“ 
macht, indem das Bild auf Briefbogen, Umschlägen, 
Empfehlunasschreiben. Taschenkalendern usw. wiederkehrt. 
ist sie auch winzig im Vergleich zu dem großmächtigen Hotel- 
Palast, dessen reisender Vertreter sie ist. 
Um den Worten mehr Nachdruck zu verleihen, gebe ich aus 
Meiner kleinen Sammlung von Kofferetiketten, die größtenteils 
Noch aus der Vorkriegszeit stammen, eine Anzahl im Bild 
wieder, Und zwar wählte ich solche aus, die dem, was ich mir 
ünter einer „richtigen“ Kofferetikette vorstelle, am nächsten 
zu kommen scheinen. Irgendwelche Rücksichten auf bestimmte 
Länder oder Hotels schieden bei der Wahl von vornherein aus, 
nur der gute Geschmack und das künstlerische Empfinden 
waren Richter. 
‚Da die farbige Wiedergabe aus technischen Gründen leider 
Nicht möglich ist, geht der größte Reiz dieser kleinen, künst-
	        
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