VOM WERT DER ZEITUNGSREKLAME
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4. VOM WERT DER ZEITUNGSREKLAME.
Was ich über die Reklame im allgemeinen ausführte, das
gilt im besonderen auch für die Zeitungsreklame, deren Wert
noch nicht genügend erkannt ist. Man muß sich vor Augen
halten, daß die Zeitung heute für sehr viele Menschen die treue
Beraterin in allen Lebenslagen ist. Das wird sofort deutlich,
wenn man den sogenannten „Briefkasten“ großer und auch
kleinerer Blätter aufmerksam verfolgt. Ähnliches kann man
in den immer häufiger werdenden Beilagen für „Reisen und
Touristik“, für „Wandern und Reisen“ oder wie sie alle heißen,
feststellen. In den Spalten dieser Reisebeilagen wird unzählig
vielen Menschen erst ihr „Reiseziel“ suggeriert. Sie hatten. näm-
lich vorher gar keines! Das schließlich gewählte Reisegebiet
oder der aufgesuchte Kurort wurden ihnen in ihrem Leibblatte
mundgerecht gemacht, ohne daß sie es merkten. Wenn diese
Unentschlossenen, von denen es ein großes Heer gibt, ihren
Bekannten freudestrahlend erzählen: Wir reisen nach Rügen,
oder in den Harz oder nach Thüringen, oder an den Rhein,
oder nach Oberbayern, oder ins Riesengebirge, oder an die
Nordsee, oder ins Wesergebirge, oder in den Taunus usw. usW.,
so sollten sie wahrheitsgetreu ausrufen: Unser „Anzeiger“ oder
unsere „Nachrichten“ schicken uns ins Isergebirge, oder in den
Westerwald, oder in die Rhön usw.
Dieses Kapitel von der Suggestionskraft unserer Zeitungen,
die wohl ein jeder schon an sich selbst erfahren hat, wenn es ihm
vielleicht auch nicht zum Bewußtsein kam, ließe sich noch lang
ausspinnen. Ich glaube aber, daß schon diese kurze Andeutung
genug Anregung zum ernsten Nachdenken geben wird. ‚Der
Amerikaner denkt, wie über die Reklame überhaupt, auch über
den Wert der Zeitungsreklame anders als die Mehrzahl der
europäischen Geschäftsleute. Allerdings bedient sich der ameri-