Einleitung
XXVI
Marx nur sieben Stellen ausschrieb. Auch einige Abhandlungen der
Historisch-Politischen Zeitschrift über F ragen der deutschen Geschichte
gehören hierher. 1)
Das Interesse für Geijers Geschichte Schwedens ist sicherlich
dadurch zu erklären, daß dieses Werk der Sozial- und Verfassungsgeschichte
einen sehr großen Platz einräumt.
Italien ist durch Daru’s Histoire de la Republique de Venise,
Polen durch Broughams Broschüre aus dem Jahre 1831, Amerika
durch Th. Hamiltons Schilderung der Menschen und Sitten in den Vereinigten
Staaten von Nordamerika, die Schweiz durch eine Abhandtung
Bluntschlis in der Historisch-Politischen Zeitschrift vertreten.
Daß Marx die großen politisch-theoretischen Werke
von Rousseau, Montesquieu und Machiavelli in engstem
Zusammenhang mit diesen historischen Darstellungen studierte, ist
sehr bezeichnend für Methode und Richtung seiner Forschungen, welche
dem inneren Zusammenhang der Theorie und der Geschichte des bürgerlichen
Staates und der bürgerlichen Gesellschaft nachgehen. Ja es ist gerade
diese für die ganze weitere Entwicklung des Marxschen Denkens so
charakteristische Einheit der theoretischen und historischen Betrachtungsweise,
die im Inhalt dieser Kreuznacher Exzerpthefte deutlich sichtbar
wird. Mit besonderer Ausführlichkeit sind der Contrat social von Rousseau
und l’Esprit des lois von Montesquieu exzerpiert, während aus den
Discorsi des Machiavelli (nach der Zieglerschen Übersetzung) nur
wenige charakteristische Stellen aus bestimmten Kapiteln ausgewählt
sind.
Alle diese historischen und staatstheoretischen Studien stehen im. Zusammenhang
mit den ein halbes Jahr später in den Deutsch-Französischen
Jahrbüchern erschienenen Aufsätzen „Zur Judenfrage“ und „Kritik der
Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung“? In ihrer Gesamtheit stellen
diese Untersuchungen einen höchst bedeutsamen Abschnitt des Weges
dar, der schließlich und endlich zu der Erkenntnis führt, daß die „Anatomie
der bürgerlichen Gesellschaft in der politischen Ökonomie zu
suchen“ sei.
Nicht die Geschichte F rankreichs, Englands, Deutschlands oder
Schwedens schlechthin ist es, was Marx interessiert, sondern die verfassungs-,
verwaltungs- und sozialgeschichtliche Seite in der Entwicklung
der modernen Staaten und Nationen, d. h. die Entstehung und das Wesen
der modernen bürgerlichen Gesellschaft und der modernen bürgerlichen
2) 1/2. 129—131
2) Vgl. unsere
LXXVI-LXX XII
Einleitung zum ersten Halbband: 1/1. LXXIV- LXXV und