Contents: Wirtschaft als Leben

Ausblicke, IX. 
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ein persönlicher vorhanden, aber als der oberpersönliche. Statt 
auf die ursprünglichsten, berufen sich diese Zustände und Entwick 
lungen stets auf bestimmte in sich ruhende Einheiten des Handelns; 
auf jene, die mehr oder minder unmittelbar als ihre Träger erscheinen. 
In dieser Art tritt hier überall das Zuständliche Gebilde in den 
Vordergrund, wird seine schildernde Auflösung zum Rückgrat dieser 
Wissenschaft! Hier wird das Geschehen aufs Korn genommen, das 
innerhalb dieser Gebilde wirbelt, nicht das Geschehen, das für unser 
Denken diesen Gebilden ausfließt; wenigstens nicht im eigentlichen 
Sinne. Dieses oberpersönliche Handeln kommt selber nur als ein zu- 
ständliches in Betracht. Es hängt dies mit dem Ineinander jener Ge 
bilde zusammen. Sie schachteln sich nicht einfach ein, sie gliedern 
sich ein. Dabei steuert unter anderem auch das oberpersönliche 
Handeln, das dem eingeschlossenen Gebilde ausfließt, zu dem ganzen 
Geschehen bei, das im Rahmen des umschließenden Gebildes „geronnen 
erscheint. Den „Ereignissen“ der Geschichte entsprechen hier also die 
„Gebilde“, wie sie in zeitlich-örtlicher Bestimmtheit „fortbestehen ; 
wobei immerzu mit dem Versagen der inneren Bedingnis eine Auflösung, 
mit dem Eintritt solcher Bedingnis eine Neubildung vor sich geht. 
Zugleich hört niemals der umgliedernde Wandel dieser Gebilde auf, 
weder in ihrem eigenen Gefüge, noch in der Art, wie sie einander 
eingefügt sind. Wenn es nicht selber Oberpersonen sind, so vegetieren 
sie doch inmitten solcher, im Sinne der „Pflanze“. In ihrer Gesamt 
heit, mehr oder minder deutlich zu einem Ganzen ausgegliedert, gehen 
sie neben dem Zeitenlauf einher, als das Menschheitsleben. Nie 
darf man eben vergessen, daß auch diesem Vorwurf der schildernden 
Wissenschaft das Gleiche unterliegt, wie dem Vorwurf der Historie, 
also der Geschichte. Von dem wunderbaren Gewebe, das vom Web 
stuhl der Zeit unablässig in die Vergangenheit gleitet, faßt die schildernde 
Wissenschaft den massigen Grund ins Auge, wie er nach Kette und 
Einschuß gewoben ist: als Zustände und Entwicklungen. Die Historie 
aber verfolgt das fortlaufende Muster, das zeitflüssige Gewebe 
der Ereignisse; das sich nur für unser geistiges Auge abzuheben scheint 
vom „Grunde“, mit dem es ja in Einem gewirkt ist, als 
„der Gottheit lebendiges Kleid“ I 
So bilden auch bei der schildernden Wissenschaft lauter Sonder 
begriffe das Mark. Zum lebendigen Wissensschatz gehört da z. B. 
der Sonderbegriff „Straßburger Tücher- und Weberzunft“. Hier tritt 
keine Definition in die Mitte; der Schwerpunkt liegt notwendig bei der 
schildernden Auflösung nach Zustand und Entwicklung. Anders wieder 
der Artbegriff „Zunft“. Dieser bedeutet nicht mehr lebendiges Wissen,
	        
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