Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
Als wirkungsvollen. Anschauungsunterricht gebe ich das 
Bild eines Industriestadthotels im Blumenschmuck wieder, das 
wenigstens in mattem Abglanz zeigt, wie reizvoll also ge- 
schmückte Häuser wirken und wie sie das Stadtbild verschönern 
ınd dadurch auch für sich selbst wirken können! 
Ein anderer örtlicher Wettbewerb, der ebenfalls den Vorzug 
hätte, geschmackveredelnd zu wirken, wäre der ; 
Schaufenster- Wettbewerb! 
Ich kenne gar manchen Kurort, dem ein solcher nützlicher 
Wettbewerb sehr nötig wäre! Er würde die Geschäftsleute 
anregen, ihren Schaufenstern etwas mehr Sorgfalt und Auf- 
merksamkeit zuzuwenden, und er würde sie lehren, daß eine 
geschickte Hand auch mit bescheidenen Mitteln anziehende 
und reizvolle Schaufenster zu schaffen vermag. Gerade auf 
diesem Gebiete liegt in manchen Kurorten noch manches im 
argen. Ein wenig Reform und Aufrüttelung durch einen Wett- 
bewerb könnte dem ganzen. Ort nützen. 
Einen solchen Wettbewerb könnte man zugleich dazu ver- 
werten, auf dem Gebiete der „Andenkenindustrie“ umstürz- 
ijerisch zu wirken, indem man für solche Schaufenster Sonder- 
preise aussetzt, die nur geschmackvolle, das Auge erfreuende 
und von Künstlerhand entworfene „Andenken“ zeigen. Der 
übliche, gemeingefährliche Kitsch wäre verpönt. Bei dem 
hohen Stand unseres Kunstgewerbes würde die Ausführung 
eines solchen Wettbewerbes nicht schwer sein. 
Ganz sicher würde ein derartiger Wettbewerb auch auf die 
Gäste anziehend wirken und regen Besuch bringen. Ein weiterer 
Vorteil wäre, daß eine solche Schaustellung ‘ den Konsum 
kräftig und nicht unbeträchtlich heben würde. Ich will es nicht 
als positiv sicher hinstellen, bin aber davon überzeugt, daß 
Bilder der preisgekrönten Schaufenster in gar mancher illu- 
strierten Zeitschrift wiedergegeben werden würden. Kurze 
Vornotizen über die Ziele des Wettbewerbes und spätere 
Berichte über sein Ergebnis würden in allen solchen Fällen, 
also auch beim Blumenschmuck-Wettbewerb, leicht in die 
Presse zu lancieren sein. 
Damit will ich das Gebiet der örtlichen Wettbewerbe ver- 
jassen. Die beiden Anregungen genügen, um zu veranschau- 
lichen, wie ich mir die Sache denke. Es wird nicht schwer sein, 
weitere Motive für solche örtliche Wettbewerbe zu finden,
	        
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