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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
Zur Erlangung
von Texten für Anzeigen, die von der Alltags-
schablone abweichen;
von neuen, packenden Reklameideen;
eines zugkräftigen, aparten Namens für eine
neue oder umzutaufende Gaststätte;
von geeigneten Verdeutschungen für fremd-
sprachliche Bezeichnungen im Gastgewerbe;
von stilvollen Entwürfen für Speisen-, Wein-,
Menu- und Empfehlungskarten;
von aparten Entwürfen für Briefpapierköpfe;
von schönen Ansichtskarten-Entwürfen usw.
Der Phantasie ist, wie man sieht, hierbei ein sehr weiter
Spielraum eingeräumt und die örtlichen Verhältnisse, die Be-
sonderheiten eines Kurortes oder einer Gaststätte lassen gar
manche weitere Wettbewerbungsmöglichkeit offen.
Nun will ich mich aus der grauen Theorie wieder in das
Reich der Wirklichkeit begeben, wo — dem etwas farben-
blinden Goetheschen Mephisto zufolge — grün des Lebens
goldner Baum blüht. Und zwar gebe ich praktische Beispiele
und lasse jenes Reklameprodukt beginnen, das am meisten ins
Auge fällt, wenn es aus treffsicherer Künstlerhand kommt:
‘Das Plakat.
Der Harzer Verkehrsverband, Sitz Wernigerode, hatte im
Sommer 1924, einer Anregung des Hotelbesitzerverbandes des
Harzes folgend, einen Wettbewerb zwecks Erlangung eines
Plakates für die Wintersportsaison ausgeschrieben. Ich gebe
die seinerzeit gestellten Bedingungen im Originalwortlaute
wieder, weil sie gute Fingerzeige für ähnliche Veranstaltungen
liefern:
PLAKAT.-PREISAUSSCHREIBEN!
„Winterzauber im Harz.“
Bedingungen für einen Plakatwettbewerb des Harzer Verkehrsverbandes.
Zur Durchführung unserer Winterpropaganda ist ein Plakat not-
wendig, das die großen Schönheiten des Winters im Harz, beziehungs-
weise die Wintersportmöglichkeiten darstellt. (Es soll hierbei kein be-
stimmter Ort zur Darstellung gebracht werden, sondern ein allgemeines
Harzmotiv.) Im Interesse der guten Sache unserer Harzbestrebungen
möchten wir auf dem Wege des Preisausschreibens einen geeigneten Ent-
wurf zu erlangen suchen. Es handelt sich hierbei um kein Geschäfts-