Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

WIE FESSELE ICH MEINE GÄSTE 
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Pfingstabend des verwässerten Sommers 1926 hat eine ent- 
zückende junge Tänzerin in der Bar eines bekannten Schwarz- 
waldhotels einen Tempeltanz so wundervoll improvisiert, daß 
wir alle fasziniert waren. Aus was für Hilfsmitteln dieser 
Das Fest beginnt abends Punkt 81|, Uhr. Es dürfte 
ratsam sein, sich Tischpfätze rechtzeitig durch DVoran- 
meldung zu Sichern, Eintrittsgeld wird keines erhoben, 
Te mehr Teilnefimer in türkischer Kfeidung erscheinen, 
um so schöner wird das Fest. Tan kann aber auch mit 
einfachen Mitteln seine MRAbendtoifette „türkisch“ machen, 
die Damen mit einem Schfeier, die Herren mit Fez. 
Schleier und Fez sind im Parkhotel zu haben. Gäste 
ofine türkische Abzeichen müssen im „Europäerviertel” 
sich niederfassen. 
An Überraschungen ist folgendes vorgesehen: Einzug 
des Pascha Bey... mit seinen Damen. Tänze der 
Prima-Batterina des Hoftheaters in Konstantinopel: 
„Safamitk Erika Effenint“ unter Mitwirkung alter Harems- 
damen. Sofotanz der Safamitfi: „Satfometanz der sieben 
Schteier“. Eine Schönheitskonkurrenz affer Türkinnen mit 
Preisverteifung. Orientafische Musik der Dreikreuztürken- 
Kapelte vom Bosporus etc. 
Das schlechte Regenwetter soll mit Scherz und Freude 
unschädlich gemacht werden. Die Einladung ergeht an 
alfe Kurgäste und Freunde des Hotels, 
künftige Star am Tanzhimmel sein „echtes Kostüm‘ einer 
48yptischen Tempeltänzerin zusammengebaut hatte, darf ich 
Nicht verraten. Aber man erlebte es dort, daß mit Leichtigkeit 
Orientalisch kommen kann, wer ein wenig orientalische Phan- 
tasie mit deutscher Grütze verbindet. Nur vor einem „Langen 
Kleider-Abend“ sei dringend gewarnt. Er würde die Damen ın 
Verlegenheit bringen. Die wollen zwar nie zu kurz kommen, 
aber bei derlei Festen wünschen sie eben doch zu kurz zu 
kommen. An einem „Langen Kleider-Abend‘“ würden sie wahr- 
Scheinlich nichts anderes lang machen als dem betreffenden
	        
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