Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
ich das Land und die Stadt, in der das annoncierende Hotel 
liegt, zu „erraten“. Selbstverständlich machte ich den mir per- 
sönlich bekannten Generaldirektor des Hotels auf diesen Fehler 
eines Angestellten aufmerksam. 
Mangelhafte Hotelanzeigen, mit fehlender Ortsangabe usw., 
habe ich öfter gefunden. Ich gebe unter den Abbildungen ein 
solches „Muster“-Beispiel wieder. Ein Beweis dafür, daß — 
ähnlich dem in Gedanken stehengebliebenen Regenschirm: — 
der in Gedanken vergessene Ortsname am ehesten beim Hotel- 
gewerbe vorzukommen scheint. Was wiederum beweist, wie 
unzweckmäßig zuweilen Hotelreklame gemacht wird. 
Diese Gedankenlosigkeit macht sich auch hin und wieder 
durch orthographische oder grammatikalische Schnitzer in den 
Anzeigentexten bemerkbar. 
Um das Gesagte besser zu veranschaulichen, bespreche ich 
eine Anzeige vom Regina Palast-Hotel in München, das alle 
Eigenschaften in sich vereinigt, die ein gutes, wirkungsvolles 
Inserat unbedingt haben sollte, die es leider aber nicht immer 
hat. Dieses Inserat gebe ich deshalb dreimal: in zwei verschie- 
denen Größen und in einer anderen Sprache (englisch) wieder, 
weil ich damit zeigen will, daß das gleiche Satzbild getreulich 
gewahrt werden kann. Seine Vorzüge sind: 
1. Die Zeichnung ist apart und ins Auge fallend. Auch wenn 
die Anzeige inmitten einer Masse anderer Inserate stehen sollte, 
wird ihre Wirkung doch nicht versagen. Warum nicht? Weil 
das Satzbild aus dem Rahmen der üblichen Dutzendanzeigen 
herausfällt. Das Inserat ist keineswegs übermäßig groß, eher 
trifft das Gegenteil zu. Und doch spricht es mit beredter Zunge 
zum Beschauer und weiß sich Geltung zu verschaffen. Warum? 
2. Weil es nicht von der Hand eines hastig und nach der 
Schablone arbeitenden Zeitungssetzers aus dem in allen 
Anzeigen der Zeitung wiederkehrenden Material der vorrätigen 
Schriften zusammengebaut ist. Der Vater dieser Anzeige ist ein 
Reklamekünstler, kein Akzidenzsetzer. Das ist das eine Geheim- 
nis. Das zweite Geheimnis sei ebenfalls verraten. 
3. Wir haben es mit einem klischierten Inserat zu tun. Der 
Auftraggeber hat nicht nur den Text, wie Jeider vielfach üblich, 
sondern gleich die fertige Anzeige geliefert. 
4. Auf diese Weise wurde es ermöglicht, in 40, 50 und mehr 
deutschen und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften das
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.