Full text : Das Hotel- und Gastgewerbe

EIN KLEINER, ABER FLEISSIGER PROPAGANDIST: DIE ANSICHTSKARTE 427

teuer erscheint. Wenn der betreffende Kurort noch etwas Geld
zulegt, dann könnte er ein gleich großes Quantum von Ansichtskarten,
 die er nach seinem eigenen Geschmack, also wahr-Scheinlich
 viel künstlerischer ausgeführt, herstellen 1äßt,
anschaffen und sie eventuell gratis zur Verteilung bringen. Es
ist nicht gesagt, daß jede neue Reklame auch gut ist. Woran
der die Reklameangelegenheiten besorgende Fachmann der
Kurorte und Hotels immer denken sollte.
In der Schweiz — wahrscheinlich auch in anderen Ländern
— kennt man die illustrierte Ansichtskarte der Postverwaltung
ebenfalls. Dort hat man aber einen anderen Weg eingeschlagen.
Die Vorarbeiten für die Herausgabe dieser Karten werden nicht
von der Postbehörde oder von einer extra geschaffenen
Reklame-Nebenstelle aus erledigt, sondern man hat damit den
Verkehrsverein der Stadt Bern beauftragt. Es werden in der
Schweiz zwei verschiedene Serien, je eine Inlands- und eine
Auslandsserie, jede mit je 32 Ansichten, herausgegeben, und
Zwar jedesmal für ein Jahr. Wer sich also nicht bei einer
Solchen Serie beteiligt beziehungsweise rechtzeitig dafür anmeldet,
 wird nicht mehr berücksichtigt. Zugelassen sind Land-Schafts-
 oder Städtebilder. Nachstehend gebe ich, zur Orienlerung
 von Interessenten, die Bedingungen bekannt, die für die
Aufnahme in eine der neuen Serien für das Jahr 1927 galten.
In dem angegebenen Preis sind auch die Kosten für Herstellung
der künstlerischen Vorlagen, Klischees usw. enthalten. Die
Bedingungen lauten, gemäß einer Mitteilung des Berner Verkehrsvereins:
 ,
150 Frs. für Berücksichtigung einer Ansicht auf 100.000
Postkarten für den Auslandverkehr;
250 Frs. für Berücksichtigung einer Ansicht auf 500.000
Postkarten für den Inlandverkehr.
Die Subskribenten sind gehalten, mit der Bestellung eine
Auswahl typischer und malerischer Photographien oder Zeich-Nungen
 des in Frage kommenden Ortes oder der gewünschten
Gegend einzusenden, die als Vorlage für die mit der Erstellung
der nötigen Federzeichnungen betrauten Künstler zu dienen
haben. Die vorgesehene Bildgröße, auf den Postkarten, ist
2,3 X 5,2 em. Man wünscht in der Schweiz stets neue Vorlagen,
also keine bequeme Wiederholung der im Vorjahr gebrachten
Bilder. Eine werbetechnisch durchaus richtige und nachahmenswerte
 Maßnahme. Bei der Propaganda soll man immer
            
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