DAS GUTE LICHTBILD ALS PROPAGANDAHELFER 463
67. DAS GUTE LICHTBILD
ALS PROPAGANDAHELFER
Über „das gute Bild“ schreibt die Reichszentrale für Deutsche
Verkehrswerbung in ihrem Werbe-Spiegel:
Das Wichtigste bei der Herstellung von Werbeschriften ist
das Bild. Manche sind der Meinung, das Wichtigste sei der Text
und schreiben oder lassen sich ein dickes Buch zusammen-
schreiben, das nachher kein Mensch liest, weil er keine Zeit
dazu hat. Auch bei Werbeschriften gilt das Wort: in der Be-
schränkung zeigt sich erst der Meister! Also: so wenig wie nur
möglich Text und Beschreibung; Beschränkung auf knappe,
rasch orientierende Notizen. Hingegen viele Illustrationen und
natürlich auch erlesen gute Illustrationen. Nichts Gleichgültiges,
Banales, nichts, was ebensogut in Masuren wie im Bayerischen
Wald photographiert sein kann. Die heutige Welt will Bilder
und immer wieder Bilder sehen. Daher der von Tag zu Tag sich
mehrende Reichtum an Magazinen; von der Leistungsfähigkeit
in dieser Hinsicht, soweit es Amerika angeht, macht man sich
im allgemeinen gar keine Vorstellung. Wo nun alles sich mit
Bildern beschäftigt, nach Bildern hascht (durch den Film wird
diese Bilderleidenschaft nur noch erhöht), kann die rechte
Werbeschrift nur dann zustandekommen, wenn gutes, hoch-
wertiges Bildermaterial in genügender Menge zur Hand ist.
Leider wird es gerade in diesem Punkte meist recht leicht ge-
nommen. Es ist erstaunlich, wie viel schlechtes photographisches
Material umläuft, aber noch erstaunlicher, daß so viel Jammer-
volles Material in unseren deutschen Werbeschriften Unter-
schlupf findet. Wenn man bedenkt, daß nun solche Werbe-
Schriften mit den prachtvollen Erzeugnissen der Italiener,
Franzosen und gar der Amerikaner in Konkurrenz treten wollen
— 50 bleibt nichts anderes übrig, als die Aussicht auf einen ab-
soluten Mißerfolg.