Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

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DAS HOTEL UND GASTGEWERBE 
das Becken zu tauchen (Augenbad, Nasendusche). Versuchte 
man es, dann holte man sich bombensicher eine Beule an den 
Wasserhähnen. Neuerdings konstruiert man — es hat ein wenig 
lange gedauert — den Wasserausfluß so, daß ein einziges hohes, 
gebogenes Rohr, das auf die Seite gedreht werden kann, sowohl 
kaltes als heißes Wasser spendet. Man sieht, es geht alles, wenn 
nur der gute Wille da ist. 
Meine nun folgende Anregung gilt hauptsächlich für Hotels 
in Kur- und Badeorten sowie Sommerfrischen. Diese haben, 
erfreulicherweise, sehr oft schöne und geräumige Balkons. Man 
verkündet das auch voll Stolz in den Werbeschriften. 
Verwunderlich ist, daß aber die wenigsten dieser Hotels bisher 
daran gedacht haben, ihren Gästen auch die ungetrübte und 
behagliche Benützung dieser Balkone oder Veranden zu 
ermöglichen. Wenn man erholungsbedürftige Menschen auf- 
nimmt, so müßte man ihnen auch die Möglichkeit verschaffen, 
bequem und behaglich nicht nur auf dem eigenen Balkon zu 
sitzen, sondern auch zu liegen. Ein oder zwei wirklich bequeme 
Korbsessel, an Stelle der jetzt üblichen harten, eisernen Garten- 
stühle, dürften also niemals fehlen, noch weniger aber dürfte 
der Liegestuhl fehlen. Man könnte ja, wie es in den meisten 
Sanatorien geschieht, eine Leihgebühr dafür erheben, die der 
Gast gern bezahlen wird. Nur müßten die Liegestühle auch 
vorhanden sein. Man informiere sich einmal bei den Ärzten in 
bestimmten Kurorten und Sanatorien über die ausgezeichneten 
Wirkungen, die durch systematisch durchgeführte Liegekuren 
erzielt werden. Es ist staunenswert. In Davos, in St. Blasien usw. 
gehört die Liegekur zum Hauptteil der Heilmittel. Nun überlege 
man sich, wie vorteilhaft es für jedes Saisonhotel sein müßte, 
wenn die Gäste gestärkt und wie neugeboren abreisen können, 
weil sie alle von der Natur gebotenen Vorteile, also auch die 
Liegekur, ausnützen durften. Das wäre eine Werbung, wie sie 
wirkungsvoller nicht auszudenken wäre. Man darf nie ver- 
gessen: der zufriedene Gast ist der treueste und zuverlässigste 
Werber für das Hotel. 
Noch eins. Sowohl im Stadthotel als auch im Saisonhotel 
sollte jeder Gast mindestens einen wirklich bequemen Sessel im 
Zimmer finden. Es erhöht die Behaglichkeit und weckt die 
Zufriedenheit. Sie wird noch mehr gefördert durch einen Diwan, 
auf dem der Gast auch tatsächlich liegen kann. Mit jenen 
sonderbaren Chaiselongues, die halb Sessel und halb Liegesofa
	        
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