Full text : Das Hotel- und Gastgewerbe

DER KURDIREKTOR

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heißt — wenn die Fremden sich so wohl fühlen, daß sie nicht
nur selbst immer wiederkommen, sondern auch recht viele
Freunde schicken. Mit der Psyche des Gastes ist es ein kurioses
Ding. Viele ahnen gar nicht, wie dankbar der fremde Besucher
ist, wenn er bei der Stelle, die dafür da ist, Verständnis für seine
kleinen und großen Wünsche und — — — Beschwerden findet.
Wenn man in ihm das Gefühl weckt, daß er gern gesehen ist,
daß man auf seinen Besuch Wert legt und daß man ihn
zufrieden mit und glücklich über seinen Erholungs- oder Kuraufenthalt
 zu sehen wünscht. Das sind Imponderabilien, von
denen aber ungeheuer viel abhängen kann.
Damit ist also gesagt, daß derjenige sehr viel natürlichen Takt
haben muß, der die Geschicke eines Fremdenplatzes mit
Geschick leiten will. Wo aber wird tagein tagaus eine wahre
Überfülle an Takt beansprucht? Im Hotelgewerbe! Das weiß
jeder, der einmal mit offenen Augen in einen solchen Betrieb
hineinschaute. Es ist bedauerlich, daß das reiche Menschenmaterial,
 das dieses Gewerbe zu liefern imstande wäre, für die
Pflege der Fremdenverkehrsinteressen seither so wenig ausgenützt
 wurde!
Aber auch in den Reihen der zünftigen Werbefachleute —
denen ich ein besonderes Kapitel gewidmet habe — gibt es
genug Männer von Berufs- und Welterfahrung, die für den
Posten des Kurdirektors geeignet und ihm gewachsen sein
würden. Denn bei der schwierigen wirtschaftlichen Lage, der
scharfen Konkurrenz des In- und Auslandes braucht heute jede
Fremdenverkehrsstadt, jeder Kurort einen „Werbeanwalt‘“.
Dieser Werbeanwalt sollte der Verkehrsdirektor oder Kurdirektor
 sein. Leider ist er das nicht immer, wie die Praxis fast
täglich an den bei der Werbung gemachten Fehlern zeigt.
Deshalb müßten seine Wahl, seine Anstellung und später seine
ganze Tätigkeit ausschließlich nur von dem Gesichtspunkt
beherrscht sein: Werbung! Werbung und nochmals Werbung!
Werbung von Gästen. Werbung von Sympathien. Werbung
von Freunden des Ortes, die dann wieder zu freiwilligen begeisterten
 Werbern werden. In der Werbetätigkeit liegt die Kraft
und die Macht des Kurdirektors oder Kurkommissars oder Ver-Kehrsdirektors.
 Nur wenn er sich selbst in erster Linie als
Werbeanwalt seiner Auftraggeber und Wähler fühlt, steht der
rechte Mann am rechten Platz. Bei der Wahl oder Anstellung
dieses wichtigen Anwaltes für die Werbung auf dem Gebiete
            
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