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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
es im Bild vorführe. In Gesellschaft niedlicher, graziöser
Japanerinnen, die in ihrer reizvollen Landestracht zum
Anbeißen aussehen. Dieses Teehaus steht im Zeichen der
Kirschenblüte. Ganz Japan ist bekanntlich ein einziger blühen-
der Garten, wenn die Kirsche, der auf diesem fernen Inselreiche
am meisten verbreitete Obstbaum, in Blüte steht. Aber dieses
entzückende Bildchen, das in uns den Wunsch weckt, den Tee
einmal in solch stimmungsvollem Rahmen einzunehmen, weckt
zugleich wehmütige Gedanken. Wie lange noch wird es möglich
sein, Japan und seine Bewohner in seiner reizvollen, farben-
frohen Eigenart bewundern zu können? Auch Japan nähert
sich mit Riesenschritten europäischer Kultur, tauscht seine
asiatische Sonderheit gegen sie ein. Als ich im August 1926 in
Davos, 1600 m hoch, weilte, begegneten mir noch 300 m höher,
auf der Schatzalp, einige Japanerinnen und Japaner. Die
Damen in kniefreien Röckchen und mit Bubenkopf, die Herren
in Knickerbockers. Eine der Damen war Ärztin, besuchte Davos
studienhalber. Es berührte mich sonderbar, als ich bald nach
diesem Zusammentreffen das Bildchen des japanischen Tee-
hauses betrachtete. Man denke sich an die Stelle der drei
Schönen im buntseidenen Kimono, mit der kunstvollen Haar-
frisur, drei weibliche Bubenköpfe in kniefreien Röckchen.
Deswegen brauchte man wirklich nicht erst nach Japan zu
reisen,
Urwüchsiger geht es im chinesischen Volksrestaurant zu. Ein
anderes Stückchen Asien. Die Gesten der Gäste eines solchen
Lokals würden uns sonderbar anmuten. Sie sind aber ganz
natürlich. Wenn wir verwöhnten Europäer, die neben dem
gewöhnlichen Eßbesteck noch Fischbestecks sowie Austern-
gabeln und Krebsmesser haben, uns beim Essen zweier Bambus-
stäbchen bedienen müßten, dann würden wir wohl genau so
geistreiche Gesichter schneiden, wie die einfachen Gäste der
Volksrestaurants im Reiche der Mitte. Vor Jahren, als man
noch Lust und Zeit hatte, mal übermütig über die Stränge zu
schlagen, haben wir im engen Freundeskreise versucht, „echt
chinesisch‘ zu essen. So, wie die Kulis oder Handwerker in
einem chinesischen Volksrestaurant. Die Sache soll sehenswert
gewesen sein. Wenn die Chinesen uns hätten zusehen können,
so würden sie wahrscheinlich noch viel mehr Vergnügen gehabt
haben, als uns die Betrachtung des Lebens im chinesischen
Volksrestaurant verursacht. Aus eigener praktischer Über-