Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

DIE PROPAGANDA IM AUSLAND 
639 
schriften Spaniens. Mehr Pflege der spanischen Sprache ist 
auch schon der Besucher aus Zentral- und Südamerika wegen 
nötig. Wie die Dinge heute liegen, eröffnen sich dort am ehesten 
Aussichten auf Erfolg. Nicht außer acht gelassen werden darf, 
daß die Handelsbeziehungen mit Spanien sowie mit den 
Spanisch sprechenden Ländern Zentral- und Südamerikas ganz 
von selbst einen regen Besuchsaustausch mit sich bringen 
müssen. Das Hotel- und Fremdenheimgewerbe, die Verkehrs- 
städte, Kur- und Badeorte sollten in eigenem Interesse auf diese 
folgerichtige Entwicklung der Dinge sich rechtzeitig einstellen! 
Wenn ich Leiter eines großen, auf internationalen Besuch 
angewiesenen Hotelbetriebes oder des Verkehrsbureaus einer 
Fremdenstadt oder eines Kur- und Badeortes wäre, so würde 
ich sehr bald einmal nach Spanien reisen, die Verhältnisse 
studieren und mit den dortigen Fremdenverkehrsvereinen und 
den großen Hotelbetrieben persönliche Beziehungen anknüpfen. 
Zur Orientierung für Interessenten sei mitgeteilt, daß in allen 
mittel- und südamerikanischen Ländern Spanisch (nicht Fran- 
zösisch, wie viele fälschlich wähnen) gesprochen wird. Nur 
Brasilien macht davon eine Ausnahme. Dort ist Portugiesisch 
die Landessprache. 
Es kann gar nicht oft genug wiederholt werden, daß jedwede 
Auslandswerbung, soll sie Erfolg bringen, auf die Psyche der 
Bewohner des in Frage kommenden Landes eingestellt sein 
Muß, Der amerikanische Reporter ist eine Erscheinung, wie 
wir sie in ihrer Eigenart in Europa noch nicht kennen. Ob 
„leider“ oder „Gott sei Dank“ sei hier unentschieden, es steht 
Nicht zur Debatte. Jeder amerikanische Reporter und Journalist 
Setzt seinen Lesern das an geistiger Lesekost vor, was diese 
haben wollen. Nur danach richtet er sich. Mit der Wahrheit 
limmt er es dabei nicht genau. Sie kommt etst in zweiter oder 
dritter Linie. Zuweilen kommt sie auch gar nicht. 
Nun will ich keineswegs predigen, man brauche es bei der 
amerikanischen Werbung mit der Wahrheit nicht so genau 
Zu nehmen. Ein bißchen Flunkern sei doch wunderschön! Nein! 
Wenn es auch erlaubt ist, bei der Werbung die Trommel etwas 
kräftiger zu schlagen, so muß der Propagandist doch immer in 
3()%
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.