DER PROPAGANDAWERT VON KONGRESSEN UND AUSSTELLUNGEN 61
80. DER PROPAGANDAWERT VON
KONGRESSEN UND AUSSTELLUNGEN
Auf den ‘großen Werbewert, der Kongressen und Aus-
stellungen innewohnt, brauche ich wohl nicht erst in ausführ-
licher Abhandlung hinzuweisen. Es genügt, wenn ich die
Reklamemöglichkeiten kurz streife.
Ganz abgesehen davon, daß Kongresse und Ausstellungen an
sich schon eine größere Besucherzahl als in normalen Zeiten
bringen, machen sie auch für den Ort über den Rahmen des
Kongresses oder der Ausstellung hinaus kostenlose Reklame.
Wenn der Kongreß von einiger Bedeutung ist, so wird nicht
nur in der beteiligten Fachpresse, sondern häufig auch in den
Tageszeitungen mehr oder weniger ausführlich berichtet,
wodurch die Leser auch auf die Kongreßstadt aufmerksam
gemacht werden. In der Fachpresse der Kongreßteilnehmer
wird den Berichten gewöhnlich ein breiterer Raum eingeräumt.
Stimmungsbilder über den festlichen Teil der Tagung, über
Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, der Umgebung usw.
fehlen fast nie. Sie helfen, die Kunde von dem zu verbreiten,
was die Kongreßstadt ihren Besuchern bietet. Aber auch die
Hotels werden fast immer genannt; entweder in den Stimmungs-
berichten, oder auch vorher schon in jenen Avisen, worin die
Kongreßteilnehmer mit den Unterkunftsmöglichkeiten bekannt
gemacht werden.
Ähnlich liegen die Dinge bei Ausstellungen. Ist es eine Ver-
anstaltung von einiger Bedeutung, so ist die Zahl der Berichte
darüber Legion. Die Ausstellungsstadt kommt in vieler Leute
Mund und ihr Name wird Hunderttausenden und Millionen
täglich von neuem ins Gedächtnis gehämmert. Man vergegen-
wärtige sich zum. Beispiel, wie unendlich oft im Laufe des
Sommers 1925 die Reize Münchens in der Presse des In- und