Full text : Das Hotel- und Gastgewerbe

DIE WERBEAKTION „DER AUFMERKSAME EHEMANN“ 581

Man muß als junger Ehemann galant sein!
Darf Sonntags nie so roh und arrogant sein,
Die Frau zu bannen an den heißen Herd.
Man führe Sonntags sie galant ins Gasthaus,
Es gibt ja überall ein gutes Rasthaus.
Solch aufmerksamer Ehemann ist ihr wert!
[ch sage es den Männern im Vertrauen:
In dieser Falle fängt man alle Frauen!

Den poetischen Mustern. lasse ich nun eine Anzahl Prosaskizzen
 aus meiner Feder folgen. Mit ihrer Wiedergabe verfolge
ich einen doppelten Zweck. Einmal will ich praktisch verwendbares
 Material sowie brauchbare Anregungen liefern. Zum
anderen Mal will ich an Hand meiner Musterbeispiele zeigen, wie
verhältnismäßig leicht es ist, ein und dasselbe Thema werbetechnisch
 in den verschiedensten Variationen zu verarbeiten.
Wie man einen Grundgedanken von den verschiedensten
Seiten aus anpacken kann, so daß man anscheinend immer
wieder Neues bietet. Auch die Verwendung dieser Prosamuster
gestatte ich gern unter der Voraussetzung, daß mir von allen
Drucksachen je ein Exemplar übermittelt wird.

DIE SCHÖNHEIT DER FRAU,
EineMahnungan Ehemänner.
Ein alter Hagestolz antwortete auf die Frage, warum er nicht geheiratet
habe: „Ein schönes Mädchen zu meiner Frau zu machen, war mir zu
gefährlich. Eine schöne Frau hat man nur für die anderen. Noch weniger
Mochte ich bei meinem angeborenen Schönheitsgefühl eine Häßliche.
An diesem Dilemma ist meine Heiratssehnsucht gescheitert!“ ,
Verraten darf ich noch, daß dieser Einsame es in späteren Jahren sehr
bedauert hat, so übervorsichtig gewesen zu sein. Nun steht er vor dem
Donnerwort: Zu spät! Heute mag ihn keine Schöne mehr, und eine Häßliche
 will er noch immer nicht.
Aus diesem kleinen Zwischenspiel tritt die Frage hervor: Ist die Gabe
der Schönheit gar ein Danaergeschenk? Sollte es viele Männer geben, die
aus den eben genannten Gründen lieber unvermählt bleiben? Dann wäre
wohl, auch gar die Pflege der Schönheit eine überflüssige Aufgabe! }
Leider besteht noch keine Statistik darüber, welche Mädchen mehr
es lieber geheiratet werden: schöne oder häßliche. Aber darüber sollte
ein Zweifel bestehen, daß es sehr viele wirklich häßliche Mädchen gar
as it gibt. Irgendeinen Reiz hat fast jedes weibliche Wesen, Man muß
nur verstehen, diesen Reiz in helleres Licht zu rücken. Kein vernünf-En
 Mensch wird es der Frau übelnehmen. Im Gegenteil. Dankbar wird
le Männerwelt ihr dafür sein. Denn in jedem Adam steckt etwas von
            
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