Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE 
Badeorte usw. ist, die Wert darauf legen, in den Wochenend- 
verkehr einbezogen zu werden, ihre Sportanlagen zeitgemäß 
und großzügig auszubauen. Es sind Anlagen, die sich am 
ehesten bezahlt machen werden, weil der Sport noch immer 
große Entwicklungsmöglichkeiten hat. Aus diesem Grunde wird 
und muß ‚er auch‘ bei den Wochenendfahrten eine Rolle 
spielen.‘ 
Aus diesen Betrachtungen über den Sport im allgemeinen ist 
ferner zu erkennen, daß der Wochenendverkehr auch in den 
Dienst des Wintersports gestellt werden müßte. Dabei könnten 
Erfolge besonderer Art erzielt werden, wenn durch den 
Wochenendverkehr gleichzeitig eine wesentliche Verbesserung 
der, vielfach noch sehr im argen liegenden Verbindungswege 
nach Wintersportplätzen geschaffen würde. Die Leiter dieser 
Plätze müßten darauf ihr Augenmerk richten. 
Der Wochenendverkehr brauchte im Herbst und Winter 
keineswegs zu stocken, soweit der Besuch von Städten in Frage 
käme. Ihre Museen und Sehenswürdigkeiten aller Art, ihre 
Theater und Konzerte würden durch einen zielsicheren Wochen- 
endverkehr weit mehr als seither Gemeingut des ganzen Volkes 
werden. Wir hören und lesen jetzt so viel von der Notlage der 
Theater sowie der eng damit in Verbindung stehenden Not der 
darstellenden Künstler. Geschickt arrangierte Wochenend- 
fahrten könnten einen wertvollen Ausgleich schaffen, indem 
sie diesen Kunstinstituten einen neuen Kreis aufnahmefähiger, 
sozusagen noch naiver und durch den Großstadtirubel nicht 
abgestumpfter Freunde zuführen. . 
In Hotelbesitzerkreisen haben sich bei der Propagierung des 
Wochenendes bedauerlicherweise auch Gegenströmungen be- 
merkbar gemacht. Man fürchtet namentlich in Großstädten, daß 
das Wochenende die Einwohner nach auswärts führen werde, 
wofür dann kein Ersatz vorhanden sei. Die Gaststätten am Ort 
würden schließlich veröden. Ich will nicht in die Erörterung 
dieser Streitfrage eintreten, da es zu weit ab vom eigentlichen 
Thema führen würde. Aber ich möchte alle derartigen Be- 
denken mit dem Hinweis zerstreuen, daß die Propagierung des 
Wochenendes nur dann werbetechnisch richtig aufgezogen ist, 
wenn absolute "Gegenseitigkeit waltet. Um ein Beispiel anzu- 
führen: Für alle Berliner, die das Wochenende am Sonnabend 
nach auswärts führt, müssen entsprechend große Scharen von 
Wochenendgästen aus der nahen und fernen Umgebung Berlins
	        
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