DAS „WOCHENENDE“ UND SEINE ORGANISIERUNG 601
aller im Deutschen Reiche bestehenden Wochenend-Vereinigungen dar.
Außerdem gehören ihr korporativ die Spitzenorganisationen von Berufs-
und sonstigen Vereinigungen an, welche aus Gründen ihrer Vereins-
bestrebungen oder im Interesse ihrer Mitglieder die deutsche Wochenend-
Bewegung fördern und stützen wollen. KEinzelmitglieder nimmt die
Wochenend-Arbeitsgemeinschaft nicht auf. Die Wochenend-Arbeits-
gemeinschaft wird geleitet vom Vorstand, welcher sich aus Vertretern
der ihr angeschlossenen Organisationen zusammensetzt. Dieser Vorstand
hat zur Leitung der Vereinsgeschäfte einen geschäftsführenden Direktor
bestellt, zurzeit Herrn Ackermann. Die Tätigkeit der Wochenend-
Arbeitsgemeinschaft ist gemeinnütziger Art. Politische und religiöse
Bestrebungen sind ausgeschlossen. Im einzelnen hat sich die Wochenend-
Arbeitsgemeinschaft folgendes Arbeitsprogramm gestellt:
i. Propaganda für die Wochenend-Idee in ganz Deutschland durch
aufklärende Vorträge in Wort und Bild in der Öffentlichkeit und in
Vereinen, sowie Propaganda durch Flugblätter-Verteilung, Plakatanschlag
und durch Veranstaltung öffentlicher Kundgebungen.
2. Förderung der Gründung von Wochenend-Vereinigungen im ganzen
Deutschen Reiche.
3. Anregungen und Mitarbeit an gesetzgeberischen Maßnahmen, welche
der werktätigen Bevölkerung die notwendigen Erholungsmöglichkeiten
sichern, insbesondere Unterstützung der Bestrebungen nach Frühschluß
der Arbeitsstätten am Sonnabendnachmittag, beziehungsweise späterer
Beginn der Arbeitszeit am Montag früh.
_ 4. Eintreten für Verbesserung und Verbilligung des Reiseverkehrs,
insbesondere des Wochenend-Verkehrs, durch generelle Bestimmungen
der Reichsbahn-Hauptverwaltung,
5. Mithilfe bei der Aufstellung berechtigter örtlicher Verkehrswünsche,
welche bei der Reichsbahn, bei der Postverwaltung in bezug auf Auto.
verkehr, bei den Dampfschiffahrtsgesellschaften und allen sonstigen der
Öffentlichkeit zur Verfügung stehenden Verkehrseinrichtungen erstrebt
werden.
8. Zusammenarbeit mit den Spitzenorganisationen der Hoteliers, Gast-
wirte, Pensionsinhaber, Bäder und Kurorte zwecks Erreichung guter
Unterkunfts-, Verpflegungs- und Kurmöglichkeiten in den verschiedenen
Erholungsgebieten zu erschwinglichen Preisen für alle Minderbemittelten.
7. Veranstaltung billiger Gesellschaftsreisen und Förderung des
Wochenend-Verkehrs vom Lande und von der Kleinstadt nach den
leutschen Kulturzentren.
8. Einrichtung von Landsmannschaftsfahrten zwecks Förderung des
besseren gegenseitigen Verständnisses und Kennenlernens der Eigenart
ler deutschen Stämme.
9. Durchführung der Wochenend-Siedlungsbewegung im Einvernehmen
nit Reich, Staat, Kommunal- und Gemeindeverwaltungen.
10. Streben nach Errichtung einer Reichskredit- und Unterstützungs-
kasse für Zwecke des Wochenendes, sowie Mithilfe bei der Errichtung
von Reise.-Sparkassen.