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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
bedienbare Geräte verwendet werden können, da gerade in
Hotels und Kurhäusern Fernempfang und Empfang aus-
ländischer Stationen gewünscht zu werden pflegt. Die Ansprüche
in bezug auf den Fernempfang werden um so dringender, je
internationaler der Kreis der Hotelgäste ist, was für viele Kur-
orte und Großstädte zutrifft. So gut der ausländische Kurgast
seine heimische Zeitung am nächsten Zeitungsstand zu kaufen
wünscht, so gut legt er Gewicht darauf, durch den Rundfunk
in Verbindung mit der Heimat zu bleiben. Aus solchen
Erwägungen heraus hat sich zum Beispiel auch die Kur-
verwaltung in Wiesbaden entschlossen, sobald dort der Rund-
funk freigegeben werde, eine Großrundfunkanlage für den
gleichzeitigen Empfang von drei verschiedenen Sendern zu
erstellen. Die Forderung nach gleichzeitigem Empfang von
mehreren Sendern wird dadurch erleichtert, daß alle Kopf-
hörer und Lautsprecher an ein einziges Empfangsgerät ange-
schlossen werden können, so daß insgesamt nur drei Empfangs-
anlagen erforderlich sind. Eine Tatsache, die die Einführung
von zentralen Anlagen höchst wünschenswert erscheinen läßt,
ist die Ersparnis an Abonnementsgebühren. In Deutschland
würden diese für ein Haus mit 100 Apparaten zum Beispiel
2400 Mark jährlich betragen, während sie sich für eine Groß-
rundfunkstation mit drei selbständigen Empfangsapparaten
der bisherigen Handhabung der Post zufolge nur auf 72 Mark
im Jahr stellen. In Kurorten können sich nötigenfalls mehrere
benachbarte Kurhäuser zusammentun und eine gemeinsame
Empfangszentrale schaffen, von der aus die Leitungen zu den
einzelnen Gebäuden und Räumen verzweigt werden. Soll der
Gast in seinem Zimmer oder in bestimmten Aufenthaltsräumen
die Wahl zwischen verschiedenen Sendern, zum Beispiel gleich-
zeitig drei, haben, so müssen natürlich die Abzweigungen dieser
drei Netze durch sein Zimmer führen. Irgend welche Regu-
lierungsarbeiten braucht der Gast nicht zu leisten. diese erfolgen
vielmehr in der Zentrale.
In meinen zwei ersten Bildern zeige ich die wichtigsten Geräte,
nämlich Hochfrequenzverstärker und Audion in einem Kasten
vereinigt, ferner den Leistungsverstärker in einem zweiten
Kasten. Die Anlage wird unter Umständen auch mit Detektor-
apparat für Ortsempfang und dem vorerwähnten Leistungs-
verstärker geliefert.
Die Empfangsanlage kann im Zimmer des Betriebsführers