Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

PROPAGANDA DURCH DEN FILM 
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gezeichnet. Ich empfehle sie der Beachtung und zur Nach- 
ahmung. 
Es wird unter den Lesern dieses Buches viele geben, die über 
die technische Seite des Werbefilms nicht orientiert sind. Für 
sie wird daher von Interesse sein, was Dr. Max Friedländer, 
ein guter Kenner des Filmwesens, über Wege zum Werbefilm 
ausgeführt hat. Im nachstehenden gebe ich einige seiner 
Gedankengänge wieder. 
Die Tatsache, daß sich auf dem Gebiete des Werbefilms drei 
Kategorien herauskristallisiert haben, läßt eine einheitliche 
Norm hierüber zunächst nicht aufstellen. Wir unterscheiden: 
1. Den Werkfilm, der lediglich Repräsentationszwecke ver- 
folgt. 
Den Werbespielfilm, der im Rahmen einer (meist humo- 
ristischen) Spielhandlung das zu propagierende Objekt 
in den Mittelpunkt des Interesses rückt, 
3. Den Werbetrickfilm, der das ins Groteske abgebogene 
Gegenstück zum Werbespielfilm darstellt. 
Die Wege, die der Werkfilmhersteller beschreiten kann, sind 
nicht sehr zahlreich. Im allgemeinen werden ihm die gleichen 
Grenzen gesetzt sein, wie dem Industriekulturfilm-Hersteller. 
Der Werbespielfilm bietet ungleich mehr Möglichkeiten zur 
Entfaltung von individuellem Können seitens des Herstellers. 
Merkwürdigerweise ist der Werbespielfilm im Verhältnis zum 
Trickfilm sehr wenig gepflegt worden. Wohl hauptsächlich 
deswegen, weil man glaubte, daß die Ausdrucksmittel des ersten 
beschränkter seien, als die seines grotesken Kollegen. Doch mit 
Unrecht! 
Ausschlaggebend kann hier nicht die Quantität, sondern die 
Qualität der Mittel sein! Die moderne Photographie ist heute 
nicht mehr darauf angewiesen, lediglich Wirklichkeit zu 
reproduzieren. Die fortgeschrittene Photo-Tricktechnik der 
Gegenwart kennt fast kein Hindernis mehr, das ihr verböte, 
einen in Wirklichkeit unmöglichen Vorgang bildlich wieder- 
zugeben. 
Meist wird sich für die Handlung des Werbespielfilms ein 
humoristischer Ton empfehlen, da nur in den seltensten Fällen 
ein ernster Inhalt sich mit der (meist am Schlusse einsetzenden) 
Propaganda vereinbaren läßt.
	        
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