Full text : Das Hotel- und Gastgewerbe

REKLAME DURCH LICHT

557

seine Eindrücke von der New Yorker Lichtreklame wie folgt:
„Am Broadway, in der Nähe der Theater- und Vergnügungslokale,
 flammt jedes Haus von oben bis unten in Hunderttausenden
 farbigen Lampen auf. Das flimmert, glitzert, läuft,
rollt und springt, daß dir die Augen weh tun. Da fällt vom
zwanzigsten Stock ein Pfeil herab und zeigt dir, wo du deine
Stiefel kaufen sollst. Ganz oben am Dach ziehen drei Eskimobuben
 einen Schlitten mit einer großen, brennenden Flasche,
ein vierter Eskimo schwingt die Peitsche, das Nordlicht flammt
in allen Regenbogenfarben auf, alles rührt und bewegt sich
und hebt sich strahlend vom dunklen Nachthimmel ab. Auf
ainem anderen Hausdach erscheint eine Figur, wird immer
größer und schmaucht mit wohlbehaglichem Schmunzeln eine
Zigarre, pafft den Rauch von sich, und dies alles machen automatisch
 sich einschaltende Lichtkörper. Riesengroße bemalte
Flächen, größer wie bei uns eine Hausfront, stehen oben auf
den Dächern, so grell beleuchtet, daß man jedes Wort im zwanzigsten
 Stock droben lesen kann. Ein Meer von Lichtern.“
Der suggestiven Macht der Lichtreklame bedient man sich
in den amerikanischen Geschäftskreisen in weitestem Umfange.
Es werden dafür Unsummen ausgegeben. Was für Einnahme
die Stadt New York aus der Lichtreklame hat, ersieht man
daraus, daß die Reklame einer einzigen Firma an Lichtstrom
über 100.000 Dollar jährlich verschlingt.
Es wird wohl noch viel Rhein-, Elbe- und Donauwasser ins
Meer fließen, bis unsere Lichtreklame auf der Höhe der amerikanischen
 angelangt sein wird. Aber der Hotel- und Fremdenheimbesitzer,
 wie überhaupt jeder Inhaber einer größeren Gaststätte,
 wird doch gut tun, sich der Wahrheit des Satzes zu erinnern,
 daß man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen
soll. Im Gegenteil! Man stecke den Gästen beziehungsweise den
Leuten, die es werden sollen, ein recht helles Licht auf! Man
bediene sich der Lichtreklame wieder innerhalb des Rahmens,
der diesen Betrieben durch die Natur gezogen wurde.
Wenn ich vor dem Weltkriege von einer meiner vielen Reisen
wieder zu den heimischen Penaten zurückkehrte, grüßte mich
schon in der Lößnitz, jenem gesegneten Vorortgelände von
Dresden, das dessen Bewohner mit köstlichem Spargel, purpurnen
 Riesenerdbeeren und wundervollem Obst versorgt, im
nächtlichen Dunkel ein freundlicher, heller Lichtschein. „Bilz“
schrie es in die schwarze Nacht hinaus. Bilz ist das Sanatorium
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.