Full text: Das Hotel- und Gastgewerbe

REKLAME DURCH LICHT 
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Diese gewissermaßen vor den Toren der Stadt angebrachte 
[ichtreklame wendet sich nicht nur an den engeren Kreis der 
im Ort Ansässigen oder zum Besuche Weilenden. Sie wendet 
sich auch an die auf rastlos rollenden Rädern durch die Land- 
schaft und die Stadt eilenden Reisenden. Sie ist also wohl die 
dankbarste Form der Lichtreklame und wird sich am ehesten 
bezahlt machen. Nur begehe man ja nicht den Fehler, zuviel 
erzählen zu wollen! Diese Art Reklame verträgt keine Schwatz- 
haftigkeit. Ihre Wirkung ist auf Schlagworte gestellt. Lange 
Sätze verpuffen wirkungslos. Wenige Worte prägen sich dem 
Gedächtnis dauernd ein. 
Im Ort selbst, an der eigenen Hausfassade oder am Giebel 
des Hauses lassen sich die verschiedenartigsten Lichteffekte ver- 
werten. Sie alle aufzuzählen, wäre schon deshalb verfehlt, weil 
auch hierbei die Mode schnell wechselt und eines sich nicht für 
alle schickt. Nur ein paar der neuesten, wirkungsvollsten und 
für die Reklame der Hotels usw. geeignetsten seien hier ge- 
schildert. Vorher will ich aber an eine aparte Form der Licht- 
reklame erinnern, die zum ersten Male in Amerika angewendet 
wurde und vor dem Weltkriege hier und da auch in Europa 
auftauchte — aufleuchtete, müßte es richtiger heißen, Es ist 
die im Dunkeln leuchtende Speisenkarte. Sie hängt sowohl am 
Tage als auch in der Nacht neben der Eingangstür, wird aber 
mit Eintritt der Dunkelheit durch eine sinnreiche Vorrichtung 
in so helles Licht getaucht, daß sie die Vorübergehenden un- 
widerstehlich anzieht. Wie das Licht die Motten. Das soll ja der 
Zweck jeder Lichtreklame sein: anziehend zu wirken. Ohne daß 
die magisch angezogenen Menschen sich die Flügel verbrennen. 
So daß sie wieder und immer wieder kommen können, 
Für Hotels und Gaststätten besonders geeignet ist das in 
weißen, farbigen oder auch in wechselnden Farben aufflam- 
mende und wiedererlöschende Lichtschild am Eingang. Das 
plötzliche Aufflammen und Wiedererlöschen übt eine Wirkung 
aus, die unbedingte Beachtung fordert. Sie ist geeignet, den 
achtlos Vorüberwandelnden in ihren Bann zu zwingen und ihm 
zuzurufen: Mich kannst und sollst du nicht übersehen! Da 
diese Art der ‚Einzellichtreklame“ teuer ist, wird sie oft auch 
so gestaltet, daß sie am hellen Tage ebenfalls wirkt. Und zwar 
als Monumentalreklame. Hierbei wird man allerdings zuweilen 
auf den Widerstand der Ortsbehörden stoßen, die mit bureau- 
kratischem Eifer darüber wachen, daß die Lichtreklame in
	        
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