ERFOLGSKONTROLLE DER PROPAGANDAMASSNAHMEN 738
Nichtachtung des wichtigen, auch für ihre eigene Zukunft
wichtigen Reklameproblems aufzurütteln, Den Leitern der
Hotels aber gebe ich den Rat, künftighin von den Anwärtern
auf gehobene Posten angemessene Kenntnisse im Reklamewesen
ihres Berufes zu fordern. Dadurch können sie am ehesten zu
der notwendigen Besserung beitragen.
Unter solchen Verhältnissen ist es nicht verwunderlich, daß
es in ganz Europa nur wenige Hotels geben dürfte, wo man
nicht nur die Propaganda ganz systematisch und fachwissen-
schaftlich bearbeitet, sondern wo man auch die wichtige
Kontrolle übt und ihre Erfolgswirkung statistisch erfassen läßt.
Diese Kontrolle erscheint mir ebenso wichtig und nötig, wie die
erfreulicherweise jetzt schon vielfach eingeführte statistische
Erfassung des Verbrauches, der Unkosten, des Umsatzes und
des Reinertrages einzelner Zweige des Betriebes, zum Beispiel
der Küche, des Kellers, der Wäscherei usw. Die Kontrolle der
Propaganda ist deshalb wichtig, weil nur sie es ermöglicht, sich
über die Wirkungen der einzelnen Reklamemaßnahmen: der
Inserate, der brieflichen Werbung, der Broschüren usw. ein
Urteil zu bilden. Nur die Kontrolle wird zeigen, ob man seither
auf richtigem oder falschem Wege war. Ob diese Werbe-
maßnahme eingedämmt oder ganz eingestellt, jene intensiver
betrieben und ausgebaut werden sollte.
Diese Kontrolle ist möglich. Sie ist auch gar nicht schwer
und zeitraubend. Es wäre möglich, sie mit der Buchführung
(durch Kartei) über den Werbematerialversand zu verbinden,
so daß unter Umständen hierfür nur eine Kartothek eingerichtet
zu werden brauchte. In einigen Mustern solcher Karteikarten
will ich eine Anregung hierfür geben, die jeder Hotelier, Hotel-
direktor oder Gastwirt, eventuell auch jeder Kurdirektor oder
Verkehrsdirektor nach seinen Wünschen oder nach den
Besonderheiten seines Betriebes oder Bureaus ändern, weiter
ausgestalten oder vereinfachen kann. Ich folge bei diesen
Musterbeispielen den Vorschlägen eines bewährten Reklame-
fachmannes, Karl O. Fricke, der ein ähnliches System schon seit
Jahren in seinem kaufmännischen Betrieb benützt hat und
damit sehr zufrieden ist. Man wird sich schon nach oberfläch-
licher Prüfung davon überzeugen, daß dieses Schema den
Vorzug großer Einfachheit (und Billigkeit) und leichter Über:
sichtlichkeit hat. Das Musterbeispiel Nr. 1 zeigt die Karteikarte,
welche für die Buchführung des Werbematerialversandes