Zweiter Abschnitt. Die einzelnen Schutzgebiete und ihre Entwicklung
1a248 Mill. M Aufwand erbaute Küstenbahn nach
dem zweitwichtigften Ort der Kolonie Aneché
— gKleinpopo, Bezirksamt, Nachtigalkrankenhaus)
zehen von der Landeshauptstadt Lome aus. Sie
jat keinen Hafen; aber eine 304 m lange
dandungsbrücke mit Bahngeleisen und drei Dampf⸗
rähnen wurde 1899 -1804 über die Brecherzone
Ainaus ins Meer gebaut. In Lome bestand eine
Kiederlassung der Westafrikanischen Bank mit
31 Mill. M. Jahresumsatz. Es zählte unter
90 Weißen 167 Deutsche, außerdem 3000 Farbige.
Die westliche Bahn wurde 1904 -1907 für
7,8 Mill. Schutzgebietsanleihe bis Palime
119 xmy) geführt, von wo ein Fahrweg zu dem
uuf 470 m im Gebirge gelegenen Bezirksamt
Misahöhe führte.
Die östliche Strecke — 167 kmälang —
vurde 1904 513 aus 11,2 Mill. Schutzgebiets⸗
inleihe bis zu der Bezirkshauptstadt Atakpame
Jeführt, die auf 308 m Höhe liegt. Von hier
jeht eine Automobilstraße nach Banjeli, wo am
Djoleberge jährlich 400 t vorzügliches Eisenerz
in 500 Hochöfen der Eingeborenen gewonnen
wurden. Nach weiteren 180 km wird der Be—
irksort Sansanne Manga, ein wichtiger Umschlags⸗
ert des Sudanhandels, erreicht.
Togo besaß eine Großfunkstation in Kaming,
die mit Nauen und mit der Großfunkstation in
Windhuk (S. W. A.) und in Daressalam (D. O. A.)
derkehrte.
Togo wurde verhältnismäßig leicht befriedet.
Immerhin hat es an lebhaften Kämpfen mit den
wattegepanzerten Reiterscharen der mohamme—
danischen Großen des Hinterlandes nicht gefehlt.
um Tschadsee fließende Löogone, der Dscha⸗Ssanga,
zie zumi Kongo entwässern, und ein Teil ihrer
debenflüsse. Einige wurden bereits von Dampfern
efahren. Altkamerun umfaßte 500000 qkm;
nit den von Frankreich 1912 abgetretenen Teilen
— „Antennen“ zum Kongo und Lubangi —
var es fast 114, mal so groß wie Deutschland.
Die Flaggenhissung erfolgte 1884 durch
cachtigal, naͤchdein schon jahrzehntelang deutsche
zirmen — Woermann, Janssen und Thormählen —
en Küstenhandel beherrscht hatten. Aber die
üstenstämme, besonders die Duala, ließen keinen
irektten Verkehr mit den eigentlich produzierenden
sinnenstämmen zu, bis Dr. Zintgraff und Premier⸗
»utnant Morgen die Sperre gewaltsam durch—
rachen. Schwere Kämpfe mußten die deutsche
serrschaft sichern, — Irhr. v. Gravenreuth,
Kamptz, Pavel, Puder und vor allem der Er⸗
zerer des „blauen Landes“ Adamaua und Ab⸗
ott des Jaunde-Volkes Dominik seien als Führer
rwähnt.
Erster Gouverneur war Frhr. von Soden,
ann folgten v. Zimmerer, v. Putkamer, Dr. Gleim,
Ir. Seitz und Ebermaier.
Im Gegensatz zu Togo ist Kamerun wie unsere
inderen Tropenkolonien nicht auf dem Standpunkt
er reinen Handelskolonie stehen geblieben, sondern
zat einen starken Anlauf zur Plantagenkolonie
enommen. Kamerun zerfällt wirtschaftspoli—
isch in zwei Teile: in das von untüchtigen
Zantustämmen bewohnte Waldland, das einen
00 -200 xm breiten Küstenstreifen und den
anzen Süden erfüllt, und in das von Sudan⸗
tämmen bewohnte Grasland. Der nördliche Teil
es Waldlandes zeigt fruchtbare vulkanische Böden
ei enormem Regenreichtum, und da hier auch die
eiden guten Häsen des Schusgebietes Tuala und
Ziktorig, hinter denen auf ein Viertel Höhe des
damerunberges die Verwaltungshauptstadt Buea
elegen ist, sich befinden, wurden hier die großen
zflanzungsbetriebe der europtischen Gesellschaften
nngelegt.“ Das füdliche Waldland ist reich an
RNpalmen und Kautschuklianen, deren Produkte
on den Eingeborenen gesammelt und an die von
dribi aus gegründeten Buschfaktoreien gebracht
burden. Kamerun war also im Süden Handels-,
m Norden Plantagenkolonie. Das Grasland
iente wesentlich als Rekrutierungsgebiet für
Irbeiter, obwohl daselbst Baumwolle und Erd—
rüsse in großem Maßstabe gepflanzt und Pferde—
ind Rinderzucht getrieben werden konnte. Das
zrasland war eben wirlschaftlich noch nicht er⸗
hlossen. Da das Hauptprodukt des Südens
er Kautschuk war, so hatte Südkamerun den
zegen des Kautschukbooms von 1910 und den
Uinsegen der bald darauf infolge der Überpro—
uktion einsetzenden Kautschukkatastrophe auszu—
alten. Kameruns Kautschukausfuhr stieg von
00 t in 1909 auf fast 2000 t in 1910 und
2800 t in 1912: der Preis stieg entsprechend von
3000 Mopro t auf 5500 und fiel dann wieder. Die
—ARX
Kamerun liegt an dem einspringendsten
Winkel des Atlantischen Ozeans, der Bucht von
Biafra. Im Norden bildel das britische Nigeria,
im Osten und Süden Französisch-Aquatorialafrika
die Grenze. Eingeschlossen ist das spanische
Munigebiet.
Das Klima ist an der Küste und am Tschad
um heißesten (Maximum 32. und 469, Mittel
2427 bzw. 22 -320), gemäßigter auf dem Hoch⸗
and (Minimum 7, Maximum 32, Mittel 1809).
Die Hauptniederschläge fallen im Sommer (Küste
1000- 10000, Hochland 2-3000, Tschadgebiet
500 mm jährlich).
Hinter dem Küstenvorland mit dem noch tätigen
1070 m hohen Kamerunvulkan, dessen von Plan⸗
agen bedecktes Umland bis zu 10000 mm jähr⸗
iche Regenmengen empfängt, erhebt sich ein Hoch⸗
and von 122000 m äHbhe, das im No all⸗
nählich zum Bénue und Tschadsee, im 80 zum
Ssanga, einem Nebenfluß des Kongo, abfällt.
Die an den Küstenmündungen vielfach Mangroven
uufweisenden Flüsse haben im Unterlauf Strom—⸗
schnellen und sind deshalb meist nur im Mittel⸗
lauf schiffbar, so der Ssanaga und Njong. Schiff⸗
har sind aber auch der Bénue (zum Niger), der