staaten um den Atlantischen Ozean gruppiert und haben diesem
Wasserbecken die führende Stellung unter den Ozeanen gegeben.
Heute, wo der Verkehr die ganze wirtschaftstätige Erde umspannt
und selbst geschichtlich erloschene Gebiete wieder belebt hat,
drängt sich die Frage auf: Warum ist das alte Mittelmeer nicht
das Weltmittelmeer für unsere Zeit geblieben? — Das wäre es ge-
worden, wenn ihm auf die umgebenden Länder und darüber hinaus
eine dauernde Beeinflussung möglich gewesen wäre. Dazu mußte
es‘ jedoch einen gewissen selbständigen Raum auf dem Erdball
einnehmen, das heißt einen Raum, der über den ganzen Erdball
hin, zum mindesten über den größten Teil der Oekumene seine
Wirkung auszuüben vermochte. In dem „Kampf um Raum“,
der das Merkmal jeglicher Lebensentwicklung auf Erden ist, mußte
das Mittelländische Meer seine Rolle ausspielen, sobald die Erde
noch bewohnbare Räume aufwies, deren Eroberung und Besitz
einer raschen Lebensentfaltung weniger hinderlich ‚war als das
engumzirkte Mittelmeerbereich.
Das Mittelländische Meer mißt in seiner Längserstreckung reich-
lich ein Neuntel innerhalb des 35. Breitenringes, ganz dieselbe
Ausdehnung, die die Vereinigten Staaten von Nordamerika in der
gleichen Breite besitzen. Wäre diese Längserstreckung nur um das
Drei- oder Vierfache größer, hätte es ein Weltmittelmeer werden
können, das schwerlich der Mensch aus der führenden Kultur-
stellung herauszurücken vermocht hätte. Aber das kleine Mittel-
ländische Meer mit seinen drei Millionen Quadratkilometern ist
nur der 22, Teil des Atlantischen Ozeans, also nur ein ozeanisches
Bruchstück, eben ein Nebenmeer, dessen Bedeutung bei der Er-
weiterung des Wirtschafts- und Verkehrslebens der Erde notwen-
dig verblassen mußte. Ein Weltmittelmeer in ostwestlicher Rich-
tung wie das alte Mittelmeer konnte sich infolge der Lagerung
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