Full text : Meer und Weltwirtschaft

mit der atlantischen Küste, die größten F ruchtgelände der gemäßigten
 und subtropischen Zone senden ihre Ueberschüsse über
den Atlantischen Ozean und die größten Jungfräulichen, noch der
Weltwirtschaft zu erschließenden Gebiete liegen im Hoheitsbereich
des Atlantischen Ozeans. Nur die Westseite des Pazifischen Ozeans
kann sich einigermaßen mit der des Atlantischen vergleichen, in
keiner Weise die Ostseite, die von den Kordilleren wie mit einer
Riesenschranke hart am Meeresrande gesperrt ‚wird. Der gesamte
amerikanische Kontinent kehrt dem Großen Ozean den Rücken zu
und bietet sich dagegen hydrographisch, Oorographisch und wirtschaftsgeographisch
 offen dem Atlantischen Ozean dar.
Mögen auch die Völker und Völkerteile sich zersplittern und auflösen,
 führt dennoch die Einheit der Natur, wie sie vorzugsweise
in einem Mittelmeer zum Ausdruck kommt, immer wieder die
Völker zusammen. Wenn auch das Dominion of Canada und die
Vereinigten Staaten von Amerika (U.S.A. = Usamerika)
zisatlantische Schöpfungen sind und die Kulturgemeinschaft
zwischen Ost- und Westküste des nördlichen Atlantischen
 Ozeans sich trotz der Erschütterungen des Weltkrieges
 als etwas natürliches Entstandenes und Gewachsenes
erweist, wachsen doch die gesamten atlantischen Wirtschaftsgebiete
 von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer inniger zu einer Lebensgemeinschaft
 zusammen. Und wer dies vor dem Kriege noch
nicht glaubte — leider waren darunter bedeutende Staaten —, dem
hat die Nachkriegszeit eine bittere Lehre gegeben. Wie sich auch
manche Staaten drehen und wenden wollen, sie müssen anerkennen,
daß eine gegenseitige und allgemeine Ergänzung angebahnt ist.
Die wirtschaftliche Gesamtbefriedigung wird von
Jahr zu Jahr sicherer. Fichte sagt bereits: „Ein geschlossener
 Handelsstaat ist eine Unmöglichkeit‘‘. Die Weltwirtschaft des
großen atlantischen Mittelmeergebietes durchbricht im Sinne einer

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