kommt als Exportgebiet für industrielle Erzeugnisse: noch nicht
in Frage. Das usamerikanische Exportgebiet hat noch ein zweites
Kraftlinienbereich, das von der Westseite Amerikas bis zum westpazifischen
Rand reicht. Hier berührt es sich eng mit dem ostasiatischen,
in dem Japan insonderheit seine wirtschaftliche Konkurrenz
zur Geltung bringt.
Die Ozeane dienen in hervorragender Weise dem Nachrichtenverkehr.
Der Ozeanboden ist das Ausdehnungsfeld der Unterseekabel,
von denen heute das Britische Reich über rund
300000 km = 7% Aequatorlängen verfügt. Die Nordamerikaner
besitzen halb soviel Kabel wie die Briten und die Franzosen ein
Fünftel soviel. Bis je 20000 km verfügen Deutschland, Dänemark,
Japan und die Niederlande. Andere kleinere Unterseekabelbesitzer
sind Spanien, Italien, Norwegen, Union der Sowjetrepubliken,
China, Venezuela, Schweden, Türkei und einige andere Staaten.
Als das erste Unterseekabel im Jahre 1850 von Dover nach
Calais gelegt wurde, verwandte der englische Ingenieur John
D. Brett eine Erfindung von Werner Siemens, dem es gelungen
war, die Kabelseele durch das damals fast unbekannte Guttapercha
vor den elektrischen Einflüssen der Außenwelt zu schützen.
Die Engländer erkannten frühzeitig, daß die Schaffung überseeischer
Kabelverbindungen ein gutes Geschäft bedeute, und ihre
weltpolitische Einsicht überzeugte sie auch bald davon, daß die
Beherrschung des Kabelnetzes große weltwirtschaftliche Vorteile
für den englischen Kaufmann mit sich bringen würde. Schon vor
dem Kriege nutzten sie also die deutsche Erfindung entsprechend
aus und schufen sich ein Kabelnetz, das weitumspannendste der
Erde, das dem wirtschaftlichen Aufschwung ihres Landes sehr
zustatten kam.
Da nach dem Versailler Diktat die ehemals deutschen Kabel in
englisch-französischen Besitz übergegangen. sind, und die abge-15