nach Asien hinüber sicherten und seitdem sich eine weitere Weltmacht
im fernen Asien zu entwickeln beginnt.
Von welcher Seite wir die Entwicklung der Machtbereiche auch
anschauen, überall zeigt es sich deutlich, daß eine Großmacht von
heute nur eine Landmacht in Verbindung mit einer bedeutenden,
Acktung gebietenden Seemacht sein kann. Weltmächte von
planetarischem Ausmaße, also weltumspannende Mächte sind nur
Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Nordamerika.
Selbst Frankreich, das im Besitz eines großafrikanischen Kolonialreiches
und asiatischer Kolonien ist, übt trotz aller krampfhaften
Versuche keine weltumspannenden Wirkungen aus. Seine
weltpolitische Sendung ist längst erfüllt, das war im 18. und in
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein Land, das seine abnehmende
Bevölkerung durch Farbige zu ergänzen sucht, kann
nicht mehr da eingreifen, wo es sich um weltpolitische Probleme
der Weißen handelt. Die Interessenreiche Frankreichs in Ostabessinien
(Dschibutibahn!), in Südchina (Jünnan) und Ostasien
spielen im Weltgeschehen eine ganz geringe Rolle. Abessinien und
das Schutzgebiet Syrien (vgl. Polit. Weltkarte, Abb. 19), wo Frankreich
durch seinen Anspruch auf Alexandrette und Hinterland eine
türkische Irredenta geschaffen, sind weiter nichts als französische
Schacherobjekte. Italien und Spanien haben seit August 1926 ihre
mittelmeerischen Interessen genau geregelt und bieten heute der
Londoner Politik das erwünschte Mittel für eine „balance of power‘‘
im Mittelmeer.
Frankreich, Italien und Japan sind Großmächte mit beschränktem
Machtbereich. Wenn Japan sich im Großen
Ozean auszudehnen sucht, ist das im Grunde genommen kein Weltmachtbegehren,
sondern ein machtpolitisches Erweiterungsstreben
innerhalb eines Gebietes, das ihm von Natur aus zusteht (s. Polit.
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