Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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an Kaufkraft breiter Schichten des Volkes durch Preisstundung und 
Ratenzahlung nicht ersetzt werden kann; aber wenn mehr Kauf- 
zeschäfte als sonst zustande kommen, ist immerhin ein volkswirt- 
schaftlicher Vorteil erreicht. Die Preise brauchen durchaus nicht 
höher zu sein als im Falle des Barkaufes, weil das Verkäuferrisiko 
1urch die Kreditversicherung auf breitere Schultern überwälzt und 
jaher bedeutend verringert wird. Ein Nachteil ergibt sich nur dann, 
wenn Käufer zu irrationellen Einkäufen verleitet und der Gefahr der 
jauernden Verschuldung ausgesetzt werden; dieser Nachteil ist nicht 
vorhanden, wenn an sich nützliche und wirklich benötigte Gegen- 
stände gekauft werden, u. zw. preiswert, wenn ferner die Raten in 
gesundem Verhältnisse zum Einkommen, das im gleichen Zeitraume 
anfällt,, stehen, so daß die Deckung wichtiger Bedürfnisse nicht 
zefährdet wird. Die durch die Konsumfinanzierung erzielten Mehr- 
verkäufe können, indem sie der Stagnation kräftig entgegenwirken, 
sogar zur Senkung der Preise, mindestens zur Erhaltung derselben 
beitragen. 
Noch einige Worte über die Rationalisierung kollektiver Kauf- 
;inrichtungen, wie es Märkte, Börsen, Ausstellungen, Messen 
ınd Auktionen sind. Derlei Veranstaltungen, zum Teil sehr alten 
Datums, dienen dazu, eine Vielzahl von Käufern und Verkäufern 
‚egelmäßig : wiederholt (täglich oder in längeren Zeitabständen) 
„usammenzuführen und können dadurch den Absatz wesentlich 
arleichtern, ja überhaupt erst ermöglichen, aber auch auf die so 
vünschenswerte Stabilisierung der Preise wirken oder wenigstens 
Irohende Preisexzesse ausgleichen. Sind diese Einrichtungen also 
an sich als wertvolle Behelfe des Absatzes auf das Konto em- 
pirischer Rationalisierung zu buchen, indem sie oft »versteckte« 
zäufer oder Verkäufer ans Licht, »auf den Markt« bringen, die 
Seschäftslust anregen und damit auch die Produktion, so bedürfen 
sie doch in der heutigen Zeit einer sorgfältigen Prüfung darauf hin, 
»b ihre Organisation rationell, d. h. mit den geringsten Kosten, 
nit der bestbilligsten Verwaltung und mit dem gröstmöglichsten 
Nirkungsgrade funktioniert. Man wird eine staatliche (oder 
städtische) Aufsicht über sie nicht ablehnen können, da sie wichtigen 
volkswirtschaftlichen Interessen dienen und da verschiedene 
Mißbräuche vorkamen und noch vorkommen, die hintanzuhalten 
sind. Nur soll diese Aufsicht nicht so weit gehen, Beamte an die 
Stelle von Kaufleuten zu setzen oder zu maßgebendem Einflusse
	        
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