Full text : Wirtschaftlichkeitslehre

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Apparate ausbauen und sorgt für rationelle Arbeitsweise.«
‚Trotz des schnellen Tempos ist der amerikanische Arbeiter viel
vergnügter als der deutsche.« Jeder verläßt sich auf seine wirtschaftlichen
 Leistungen, statt die Kräfte in politischen Kämpfen
um Staatshilfe und Schulgesetze zu vergeuden; das führe zu
hoher Blüte.
Die freien Gewerkschaften Deutschlands befaßten sich im
Februar 1926 eingehend mit der. Rationalisierung und gelangten
zu folgenden Beschlüssen: Die Rationalisierung soll unter Mitwirkung
der Arbeitnehmer, etwa auch der Betriebsräte (s. oben) durchyeführt
 werden; jeder Rückschritt in der Sozialpolitik ist dabei zu
vermeiden, denn höhere Löhne und der Achtstundentag sind der
kräftigste Antrieb zur Rationalisierung, Lohnerhöhungen zwingen
ırrationell arbeitende Betriebe, zugunsten der Zusammenfassung- der
Produktionskräfte auszuscheiden; die Fortschritte in Normung und
Typisierung werden nicht vom guten Willen des Käufers, sondern
von der guten Qualität und dem niedrigen Preise bestimmt. Fast
durchwegs Anschauungen, gegen die kaum etwas Sachliches einzuwenden
 ist.
Auf der Weltwirtschaftskonferenz (Genf, Mai 1927) sprach sich
aäin russischer Vertreter entschieden gegen die Rationalisierung aus,
weil sie — »ausschließlich auf Kosten der Arbeiter durchgeführt
wird« (Frankfurter Zeitung vom 24. Juni 1926). Aber in der russischen
»Staatsindustrie« wird sehr fleißig rationalisiert; im übrigen ist kaum
je eine SO haltlose, unwahre Behauptung geäußert worden wie die
des russischen Vertreters.
{n Österreich sind die Meinungen noch nicht völlig geklärt.
Während z. B. auf dem Metallarbeitertag (Oktober 1927) von
mehreren Rednern Klage über »Entseelung der Arbeit«, über zu
schnelles Tempo der Arbeit an den automatisierten Maschinen, über
zu große Anstrengung. der Arbeiter durch die Fließarbeit, z.B. bei
der. Glühlampenerzeugung, geführt wurde, fanden sich doch auch
Redner, die die Rationalisierung als etwas Unvermeidliches bezeichneten
 und, wie z. B. Dr. Palla,! Präsident Hueber u. a., ein genaues
(achliches Studium dieser Fragen und eine gemeinsame Beratung
derselben mit den Industriellen empfahlen. Von einer Seite wurde

1 Das von der Wiener Arbeiterkammer 1927 herausgegebene Buch über Rationalisierung
 beweist das ernste und sachliche Interesse, das auch diese Kreise für das
neue Problem bekunden.
            
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