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Einführung (allerdings noch nicht bei den Wiener städtischen Unter-
aehmungen). Zu empfehlen wäre z. B. auch die Anbringung von
Orientierungstafeln in allen Amtsgebäuden u.ä,
Bei der Rationalisierung einer öffentlichen Verwaltung handelt
es sich allerdings nicht bloß um die Verbesserung des Verfahrens,
sondern auch um die- rationelle Änderung der Mentalität der
Beamten: es darf keinen Bureaukratismus, keinen Formalismus
geben, sondern es muß auch in diesen Angestellten jener Service-
%edanke herrschend werden, der die amerikanischen Angestellten
auszeichnet (siehe oben) und den Handelsangestellten so sehr
empfohlen wird. Es genügt zur rationellen Ersparung auch nicht,
Beamte abzubauen, sondern es sind überflüssige Ämter oder Amts-
stellen und Referate zu beseitigen, denn bleiben diese bestehen, so
werden für sie hinterher eben vertragsmäßige Beamte aufgenommen.
Die Agenden und Akten müssen weniger zahlreich werden, der
Amtsgang verkürzt, die mehrfachen Revisions- und Zur-Einsicht-
Instanzen (oft nur leerer Durchlauf!) energisch gestrichen werden.
Die Dienstzeit, die pünktlich einzuhalten ist, muß auch mit Arbeit
verbracht werden; zwar sind viele unterinstanzliche Ämter, die eben
an termingemäße Erledigung gebunden Sind, oft stark mit Arbeit
überhäuft, dafür zeigt sich in manch anderen höheren Ämtern
geringere Arbeitsintensität, obwohl ich viele Referenten in den
Zentralstellen als überaus eifrige, sehr stark beschäftigte Arbeiter
kenne. Die Arbeiten sollten auch nach dem Grundsatz der Fließ-
arbeit (Progreßsystem, siehe oben) aneinandergereiht sein, was viele
Zeitvergeudung unmöglich machen würde. Die Automatik in der
Sehaltsvorrückung (»Ochsentour«) kann nicht rationell genannt
werden; das Leistungsprinzip und Leistungsprämien sind rationeller.
In den öffentlichen Dienst sollten ferner nur die Besten der Besten
sintreten; eine strenge und sachliche psychotechnische Auslese
‘te not. Die öffentlichen Beamten dürfen sich auch nicht als etwas
‚Höheres« vorkommen als das übrige Staatsvolk, und sich nicht
kastenmäßig abschließen.
{m inneren Amtsbetriebe und im Parteienverkehre gelte der Grund-
satz der co-operation, des service! DerUmstand, daß gerade befähigte
Beamte es oft schwer haben, vorwärts zu kommen (suggestions
siehe oben] sind ja selten oder nicht gerne gesehen), drängt sie
vorzeitig in die Privatpraxis, während viel Mittelmaß zurückbleibt.
Ein Fachmann empfiehlt daher, ein Mindestmaß an offenen Stellen