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SPANIEN. — Finanzen (Budget).
spanischen Infanten, auf den Königsthron von Hetrurien, trat sodann
die Königsfamilie (das nicht ihr, sondern dem Staate gehörende!)
Louisiana ebenfalls an Frankreich ab, welches Land nun Napoleon
seinerseits um 60 Mill. Frkn. an die Vereinigten Staaten verkaufte !
Während des blutigen Unabhängigkeitskrieges schüttelten sämmtliche
spanische Besitzungen auf dem amerikanischen Festlande die Fremd
herrschaft ab. (Bis zum Jahre IS08 hatten die spanischen Colonien über
310,000 Q.-M. mit ungefähr 18 Mill. Menschen umfasst. Es gehörten
dazu : Mexico , mit Texas und Californien ; das ganze Festland von
Mittelamerika; Neu-Granada, Venezuela, Bolivia, Peru, Chile und die
argentinischen Gebiete.)
Finanzen. Wie in den meisten Staaten, deren Einkünfte nicht aus
reichen , hat man ein ordentliches und daneben ein ausserordentliches
Budget. Der Entwurf des Budgets für 18'*^^, wie derselbe den
Cortes vorgelegt wurde, ergibt im ordentlichen und ausserordentlichen
Etat die hohe Gesammtsumme von 2626 Mill. Realen. Der Entwurf
des Budgets für 18®%* hatte die gewöhnl. Einn. mit 2,108’638,000,
die ausserordentl. mit 420’170,348 Realen aufgeführt. Da uns kein
neueres Budget vollständig vorliegt, und auch die Aufstellungen in den
Veröffentlichungen der statistischen Commission, abgesehen davon, dass
sie ebenfalls nicht die neuesten Etats bringen, auch noch unvollständig
sind, so ziehen wir es vor, einfach die Ergebnisse eines früheren Budgets
folgen zu lassen, wobei wir nur bemerken, dass im Etatsjahre 1 b^Ve«
der Bedarf für den Hof 52’350,000, für die Staatsschuld 338'08l,006,
für das Landheer 331’017,497 und für die Marine 94’612,213 Realen
betrug.
I. Ordentliches Budget für 1861.
Einnahmen 1,938’1)80,0Ü0 Realen, neml. :
1. Directe Steuern: Grundsteuer (erst seit 1845 eingeführt) 400 Mill., Ge-
werbst. 71’, Enregistrement u. Hypotheken 34’, Bergwerksabgaben ö’OlO.OOO,
Verschied. 10’800,090; zus. 520’S70,000.
2. Indirecte Abgaben : Zoll 245’, Consumtionsabgabe 177’, Verschiedenes
40’203,000; zus. 4()2’203,000.
3. Monopolen. Staatsanstalten: Stempel 101’800,000, Tabak 300’*), Salz
120 , Pulver 21’, Lotterie 142’, Münzanstalt 7’852,000, Post u. Telegr. 9’852 000
Versch. 5’460,000; zus. 714’024,000.
, ^ Staatsbergwerke 42’250,000, Staatsgüter 3’175,000, Renten
der Geistlichkeit 49’250,000, Versch. 7’902,000, zus. 102’583 000
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Ansyahcn 1,932’474,305 Realen, neml. :
der Justiz 15 041,10/ Leibrenten etc. 144’130,000 (Pensionen 10’020,415, Quie.s-
^iarine-Iiivaliden 49’090,000), Verschiedenes
.io 025,193; zus. 5/9o24,o24.
B Ministerien: Rath.spräsidentschaft 430,000, »Statistik« 11’371,949,
Staatsministerium 10 093,820, Gnaden- u. Justizmin. 203’985,724 (dabei: Ge
richtshöfe 2S’045,500. jährl. Statistik 343,000, Weltklerus 111’215,587 Kosten
•) Im J. 1850 war die wirkl. Einnahme vom Tabaksmonopol erst 176 Mill.,
1850 223, 1859 274, 1801 311% Mill. *