Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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selbstverständlich bei Zusicherung eines Mindestbezuges für alle 
Auch für zulängliche Behausung der Arbeiter ist zu sorgen und 
in Ländern, wo soziale Versicherung besteht, sollte man sich 
nicht in kleinlicher Engherzigkeit gegen die Erstreckung der Ver- 
sicherung auf die Landarbeiter wehren; durch Pauschalierung der 
Prämien läßt sich auch die Versicherung rationalisieren. Man tritt 
in deutschen Fachkreisen ferner dafür ein, daß die Anschauung, als 
ob die Landarbeit unbedingt sehr anstrengend und für ungelernte 
Leute bestimmt sei, als unrichtig verschwinde; in den Landbetrieben 
können gegenwärtig vielmehr nur geübte, gelernte Arbeiter ver- 
wendet werden. Es ist daher auch fraglich, ob die saisonweise 
Verwendung ausländischer Arbeiter (Wanderarbeiter), die zwar 
geringere Löhne beanspruchen, aber auch weniger tüchtig. sind, ein 
wirtschaftlicher Vorteil ist. 
Da in den bäuerlichen Betrieben — also in der weitaus größten 
Zahl von landwirtschaftlichen Betrieben — der Arbeitsfaktor aus- 
schlaggebend ist, kommt der richtigen (rationellen) Organisation 
der Arbeit in sachlicher und persönlicher Hinsicht große Bedeutung 
zu. Eine Erhebung der niederösterreichischen Buchstellen ergab, 
daß zwei Drittel des Einkommens des Bauern auf Arbeitseinkommen 
und die Hälfte des Rohertrages auf Arbeitsaufwand entfallen. Im 
Durchschnitte werden 70 Prozent der Arbeit von Familienmitgliedern 
destritten. Es ist also eine Lebensfrage der Landwirtschaft, den 
Arbeitsaufwand möglichst herabzudrücken, sei es durch Mechani- 
sierung, sei es durch rationelle Anordnung und Reihenfolge der 
ainzelnen Verrichtungen, sei es durch .die organisierte Selbst- 
hilfe: die Genossenschaften. 
In Deutschland, England, Frankreich, in Österreich und anderen 
Nachfolgestaaten ist man längst zur Erkenntnis gelangt, daß die 
Landwirtschaft, ähnlich wie in den Vereinigten Staaten, in der 
Schweiz und besonders in Dänemark, eine möglichst lückenlose 
Organisation, einen Zusammenschluß in Genossenschaften 
brauche, eine wirtschaftliche »Einheitsfront«, gleichberechtigt mit 
den großen Verbänden der Industrie und des Konsums, um maß- 
gebenden Einfluß auf den Markt der agrarischen Produkte zu 
nehmen. Jetzt ist der Preis für den Landwirt oft unrentabel, ohne 
daß der Konsument davon einen Vorteil hätte; hier einen rationell 
organisierten Vertrieb einzurichten, ist wohl eine Hauptaufgabe der 
führenden Agrarpolitiker. Ein sehr taugliches, also rationelles Mittel
	        
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