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ein Mindestmaß herabzudrücken; daher stammen die horizontalen
Truste, so besonders in der Kohlen-, Eisen- und Stahl-, chemischen
und Verkehrsmittelindustrie. Die ältere Form des Kartells (Syndikat),
wobei die Mitglieder relativ unabhängig sind, hätte sich jetzt nicht
bewährt; daher paßte man sich an die neuen Bedürfnisse an und griff
zur Form des Trusts oder der Fusion. Als Beispiel wird der Ruhr-
stahltrust (»Stahlwerksverein«) erläutert: er ist der Zusammen-
schluß einer größeren Zahl ähnlicher Einheiten unter einheitlicher
Führung; er ermöglicht "die Konzentrierung der Produktion in den
leistungsfähigsten Betrieben mit dem geringsten Aufwande; weitere
Ersparungen bringt der zentralisierte Verkauf, ferner die Standardi-
sierung, Spezialisierung und der Austausch technischer Erfahrungen.
Für England sind solche Vorteile erst unvollständig erreicht worden,
aber, schon aus Konkurrenzgründen, dringend notwendig. Als Beispiel
wird die Kohlenindustrie besprochen, in der zwar freier Wettbewerb
herrscht, dieser habe aber weder zu niedrigen Preisen noch zur Pro-
sperität der Industrie geführt; daher ist eine straffe Organisation
unbedingt vorzunehmen; das gleiche gilt von der englischen Eisen-
and Textilindustrie. Nur die chemische Industrie habe schon den
cichtigen Weg beschritten und einen trustähnlichen Zusammenschluß
vollzogen. Die Gefahr eines Monopols bestehe insolange nicht, als
es freie Einfuhr gebe. Immerhin brauche das Land einen Schutz
gegen Exzesse der Konzentrationen; in Deutschland gebe es den
Kartellgerichtshof, den Öffentlichkeitszwang; ähnliches werde man
auch in England schaffen müssen. Gegenwärtig sei aber das Monopol
aine Frage zweiten Ranges; viel wichtiger sei, überhaupt erst zu
tragfähigen industriellen Zusammenschlüssen zu gelangen, die wirk-
same Rationalisierung durchzuführen und so der stärkeren aus-
‚Ändischen Konkurrenz gewachsen zu sein.
Wie immer man über industrielle Konzentrationen denken mag,
das eine wird aus den mitgeteilten Urteilen wohl klar geworden
sein: die Entwicklung geht in der Richtung zu großen Kombinationen,
ja sogar zu solchen internationalen Charakters (worüber im Ab-
schnitte »Internationale Rationalisierung« gehandelt wird). Gewiß
darf man in Europa nicht die amerikanischen Konzentrationen
sklavisch nachahmen, wie überhaupt nicht die einzelnen Mittel der
Rationalisierung. Während z. B. in Amerika die Vereinheitlichung
der Produktion durch den Bedarf, d. h. durch die Denkweise der
Käufer, selbst gefördert wird, herrschen in Europa noch andere