Auslandsanleihen von Kreditinstituten, 99
Am 10. Oktober 1927 wurde eine zweite 6 % Anleihe von
10 Mill. $ in Neuyork aufgelegt. Sie wurde für die mittlere und
kleinere Industrie aufgenommen und wird gegen erststellige Hy-
pothek auf industriell benutzte Grundstücke verliehen. Die Dar-
lehen dürfen 500 000 AM nicht überschreiten, werden mit 90,2 %
abgerechnet und sind mit 6% % zu verzinsen sowie mit 2 % jähr-
lich zu tilgen. Die Anleihe ist bereits am 1. Oktober 1951 fällig,
während die erste erst am 1. August 1952 fällig wird. Die Tilgung
beginnt bereits am 1. Oktober 1928 und ist gleichfalls kumulativ.
Eine vorzeitige Kündigung kann schon zum 1. Oktober 1932 er-
folgen. Beteiligt an der Anleihe und dementsprechend an der
Bürgschaft für sie sind: Provinzialbank von Westfalen 20 %, Pro-
vinzialbank von Niederschlesien 20 %, Provinzialbank von Ober-
schlesien und Kreditbank Sächsischer Gemeinden je 12,5 %, Pro-
vinzialbank von Ostpreußen 7,5 %, Kreditbank von Kassel 6 %-
Staatsbank von Thüringen, Provinzialbank von Pommern, Bezirks:
bank von Nassau je 5 %, Hessische Staatsbank und Braunschwei-
gische Staatsbank je 2,5 %, Lippische Landesbank 1,5 %.
Die im März 1927 gegründete Hamburgische Bau-
kasse A.-G. ließ am 15. September 1927 eine 6% % 2,5-Mill.-hfl-
Anleihe in Holland in Höhe von 2 Mill. hfl zu 98% % auflegen;
500 000 hfi wurden fest untergebracht. Die Anleihe ist durch
Hinterlegung von ersten Hypotheken gesichert, für die der Ham-
burgische Staat die Bürgschaft übernommen hat. Die Anleihe ist
am 1. Oktober 1937 zurückzuzahlen; eine vorzeitige Kündigung
ist nicht zulässig. Die Baukasse gewährt Hypotheken auf unbe-
baute Grundstücke in Höhe von 45 % des Taxwertes. Dem Ham-
burgischen Senat steht ein Aufsichtsrecht zu, das er durch einen
Staatskommissar ausübt. Gründer und Aktienbesitzer der Bau-
kasse sind: Dresdner Bank (Hamburg), Commerz- und Privatbank
(Hamburg), L. Behrens & Söhne (Hamburg), Proehl & Gutmann
(Amsterdam), M. M. Warburg & Co (Hamburg). In England hat
die Baukasse einen Buchkredit von 10 Mill. A erhalten; eine ‚An-
leihe ist entgegen irrtümlichen Angaben dort nicht aufgenommen
worden.
Neben diesen bisher behandelten Anleihen haben verschie-
dene Realkreditinstitute geschlossene Serien von Goldmarkpfand
briefen und Goldmarkkommunalobligationen im Auslande unter-
gebracht. So hat die Bayerische Vereinsbank in Hol-
land im Oktober 1924 10 % Goldpfandbriefe, Serie S und 9, im
Betrage von 2 Mill. X zu 91% % begeben, die aber am 31. März
1926 zur Rückzahlung am 1. Mai 1926 gekündigt worden sind,
sowie im Januar 1925 8 % Goldpfandbriefe, Serie 6 und 7, im
Betrage von zusammen 2 Mill. A zu 82% % und im Juni 1925
8 % Goldpfandbriefe, Serien 8, 9, 10, 26 und 27, im Betrage von
insgesamt 4,5 Mill. 4 zu 86 %. Die 8 % Pfandbriefe sind in bei